Aktualisiert 08.09.2009 08:06

Verkehr UsterDritte Abstimmung zu Bahnunterführung

Das Stimmvolk der Stadt Uster wird ein drittes Mal innert zehn Jahren über eine Bahnunterführung Winterthurerstrasse befinden. Der Gemeinderat hat sich am Montag dafür ausgesprochen.

Dem klaren Votum von 19 zu 12 Stimmen ging freilich eine intensive Debatte voraus. Es stand die Frage im Raum, weshalb der Stadtrat eine Volksinitiative unterstütze, die bereits zum dritten Mal ein Projekt an die Urne bringen will, das bereits zwei Mal gescheitert ist.

Vor allem die linke Ratshälfte wollte diesbezüglich ein Zeichen setzen und lehnte den vom Stadtrat beantragten Kredit von 470'000 Franken für ein Vor- und Bauprojekt ab.

Die bürgerlichen Parteien sowie die Grünen fanden dagegen, ein Ja zum Kredit sei noch keine Zustimmung zur Initiative. Ein Bauprojekt würde klare Fakten auf den Tisch bringen - und diese Fakten könnten allenfalls das endgültige politische Aus für die umstrittene Bahnunterführung Winterthurerstrasse bedeuten.

Mit der Zustimmung hat das Parlament den Stadtrat aber dennoch beauftragt, ein Bauprojekt auszuarbeiten, das dann dem Volk vorgelegt wird. Der Ausgang dieser Abstimmung wird freilich von zahlreichen weiteren verkehrspolitischen Aspekten beeinflusst werden, die an der selben Sitzung für Gesprächsstoff sorgten.

Schaulaufen der Parteien

Mit einem Bericht zu Verkehrsplanungsfragen legte der Stadtrat nämlich die vielen offenen Fragen auf den Tisch, die den öffentlichen und privaten Verkehr in Uster tangieren, die Zentrums- und Parkraumplanung oder eben Barriereschliesszeiten und mehr oder weniger sinnvolle Bahnunterführungen. Eine zentrale Rolle spielte dabei auch die vom Kanton geplante Westumfahrung.

Die intensive Debatte fasste FDP-Rat Cla Famos am Schluss passend mit den Worten zusammen: Alle würden ein Haar in der Suppe finden und sich gegenseitig blockieren. Planungs- und Bauvorstand Thomas Kübler aber bedankte sich für das Schaulaufen der Parteien, das dem Stadtrat wertvolle Anhaltspunkte zur künftigen Konzeptarbeit geliefert habe.

Mit dem aktuellen Bericht, dem just Konzeptlosigkeit vorgeworfen wurde, zeigte sich kaum jemand zufrieden. Ein Rückweisungsantrag der SP scheiterte mit 9 zu 21 Stimmen. Noch heftiger kam es später: Nur 4 FDP-Räte stimmten dem Bericht zu, 24 lehnten ihn gänzlich ab. (sda)

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