Aktualisiert

TestspielDritte Heimpleite in Serie

Die Schweizer Fussball-Nati ist der zweitletzte Test vor der WM in Südafrika gründlich misslungen. Nach einer schwachen Leistung ging die Partie gegen Costa Rica mit 0:1 verloren.

Die Heimniederlage dämpft die Schweizer Euphorie vor der WM. Der Gast aus Costa Rica machte klar, dass in Südafrika auch das Spiel gegen Honduras (das Costa Rica in der WM-Qualifikation eliminierte) nicht zum Selbstläufer wird. Die Schweizer müssen sich bis zur WM klar steigern.

Das Schweizer Team vermochte die Forderung von Trainer Ottmar Hitzfeld nach einem Sieg und einer Selbstvertrauen-einflössenden Leistung überhaupt nicht umzusetzen. Die besten Momente besassen die Schweizer, welche die Partie nahezu in Bestbesetzung begannen, zu Beginn beider Halbzeiten. Padalino besass die erste Möglichkeit (3.), Nkufo wurde wenig später im Strafraum zurückgerissen (4.), Referee Buttimer (Irland) versagte den Schweizern aber den Penaltypfiff. Zu Beginn der zweiten Hälfte verpassten Senderos und Nkufo eine perfekte Hereingabe (47.). Und kurz vor dem Schlusspfiff verpassten Frei und Derdyiok den Ausgleich.

Das Tor des Tages erzielte Winston Parks in der 57. Minute mit einer ausserordentlichen Einzelleistung. Der in Rumänien spielende Parks setzte sich gegen die Verteidiger Von Bergen, Senderos und Ziegler durch und liess auch Goalie Benaglio keine Chance.

Die letzte Testgelegenheit vor der Abreise nach Südafrika bietet sich dem Schweizer Team am Samstag in Genf gegen Italien.

WM-Vorbereitung, Testspiel

Schweiz - Costa Rica 0:1 (0:0)

Tourbillon, Sion. - 10 000 Zuschauer. - SR Buttimer (Irl).

Tor: 57. Parks 0:1.

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Senderos, Grichting (46. Von Bergen), Ziegler; Barnetta (76. Bunjaku), Inler (61. Schwegler), Huggel (61. Fernandes), Padalino (64. Shaqiri); Frei, Nkufo (64. Derdiyok).

Costa Rica: Navas; Myrie, Sequeira, Segares, Diaz; Azofeifa; Ruiz (91. Mena), Barrantes (84. Paniagua), Hernandez (78. Guzman), Bolanos; Parks (81. Urena).

Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Eggimann und Yakin (alle geschont). Verwarnungen: 76. Von Bergen (Foul), 83. Diaz (Foul), 87. Fernandes (Foul), 90. Azofeifa (Foul).

LIVETICKER

mit Res Blum

94. Schlusspiff in Sion, die Schweiz verliert mit 0:1 und hat noch viel Arbeit vor sich.

94. Beinahe wäre Frei doch noch der Ausgleich gelungen, scheitert aber aus kurzer Distanz am guten Goalie der Gäste.

90. Vier Minuten werden nachgespielt.

89. Zum Schluss wird noch mächtig hingelangt, Azofeifa nimmt sich Fernandes vor und hat Glück, dass er nur Gelb sieht.

86. Gelb für Ferandes, der sich zu heftig aufgeregt hat.

83. Lichtsteiner wird von Diaz unsanft gelegt. Gelb für den «Tico».

80. Noch zehn Minuten bleiben den «weissen» Schweizern, um zumindest resultatmässig noch für etwas Freude zu sorgen.

76. Bunjaku kommt für den einmal mehr äusserst diskreten Barnetta ins Spiel.

73. Von Bergen geht in Kung-Fu auf den Gegner zu, aber Ruiz ist hart im Nehmen, Von Bergen sieht trotzdem Gelb.

70. Die letzten zwanzig Minuten brechen an, und der einzige mit Normalform ist Diego Benaglio, der die Schweizer Nati zumindest noch im Spiel hält und das zweite Gegentor verhindern kann.

63. Mit Derdiyok und Shaqiri kommen bereits die nächsten beiden Neuen aufs Feld.

61. Hitzfeld macht einen Doppelwechsel. Huggel und Inler gehen vom Feld, Fernandes und Schwegler neu im Spiel.

57. TOR FÜR COSTA RICA! Von Bergen, Senderos und Ziegler werden von Parks vernascht und der trifft mit einem schönen Schuss ins Kreuz - zum Entsetzen der Schweizer Fans.

56. Benaglio muss schon zum zweiten Mal richtig eingreifen und vereitelt den Rückstand.

54. Huggel wird hart am Knie getroffen und geht zu Boden, kann aber weitermachen.

51. Frei bedient Huggel, der sich aber abdrängen lässt, immerhin aber noch eine Ecke rausholt.

48. Ziegler ist hellwach und geht mit seinem Mann mit, kann aus heikler Position zur Ecke klären.

46. Kaum ist der Spiel im Ball, kommt Senderos bereits zu seiner zweiten Chance des Spiels, nur kommt er leider nicht mehr an den scharfen Flankenball von rechts ran und verfehlt den Ball um Haaresbreite.

46. Die Spieler sind zurück, nur einer nicht, Grichting blieb in der Kabine, Von Bergen spielt nun an der Seite von Senderos.

45. Pausenpfiff in Sion. Die Schweizer boten in der 1. Halbzeit gar wenig. Nach vorne ging nur vereinzelt was, und hinten wars auch nicht ohne Fehler, ein Pfeifkonzert zur Pause die Folge.

40. Etwas ratlos bewegen sich die zehn Schweizer Feldspieler auf dem Rasen, nicht viel passt zusammen, da fehlt noch mehr als der letzte Zwick. Und die gute Stimmung im Sittener Tourbillon ist auch weg.

35. Aufregung vor Benaglio, Lichtsteiner kann den heranstürmenden Gegner noch im letzten Moment abgrätschen und zur Ecke klären.

30. Wie so oft tut sich die Schweizer Nati in einem Testspiel gegen einen vermeintliche «Kleinen» schwer. Und das, nur wenige Tage vor dem ersten Ernstkampf in Südafrika.

24. Costa Rica kommt bereits zum vierten Eckball, immerhin können sich Grichting & Co. somit auf Standards einstellen und für den Notfall, sprich WM, gerüstet sein.

20. So richtig Tempo will bislang nicht ins Spiel kommen. Die Schweizer agieren vorsichtig, aber mit zuwenig Druck nach vorne.

15. Senderos kommt nach Eckball zur nächsten Schweizer Chance, aus gut 12m zielt der Verteidiger aber etwas zu hoch.

12. Die Gäste kommen zum nächsten Eckball, die Schweizer Hintermannschaft muss sich erst noch auf den Gegner einstellen. So richtig sattelfest sieht das noch nicht aus.

8. Die Gäste spielen gut und zeigen sich am Ball sehr gewandt. Erspielen sich den ersten Eckball. Benaglio muss ein erstes Mal tauchen und einen Schuss von Bolanos entschärfen.

4. Nkufo wird im 16er klar zurückgehalten, lässt sich dann aber etwas zu heftig fallen, die Pfeife des Schiris bleibt stumm.

3. Padalino zwingt Navas mit einem Schuss zur ersten Parade. Das Walliser Publikum ist voll dabei.

1. Anpfiff zur 1. Halbzeit. Lichtsteiner beginnt gleich mit einem Ballverlust, ein Freistoss in Strafraumnähe die Folge davon. Die Aktion endet aber mit einem Abstoss bei Benaglio.

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Vor dem Spiel

Mit dem 0:0 gegen Israel im letzten Oktober konnte Hitzfeld noch zufrieden sein, denn dieses Remis sicherte der Schweiz die direkte Qualifikation für die WM in Südafrika. In den darauf folgenden Testspielen gegen Norwegen (0:1) in Genf und gegen Uruguay (1:3) in St. Gallen folgte aber die grosse Ernüchterung. «Nach diesen beiden Niederlagen brauchen wir ein Erfolgserlebnis gegen Costa Rica», forderte Hitzfeld im Trainingscamp in Crans-Montana.

Die Zeit des Experimentierens wie gegen Uruguay sei nun vorbei, sagte Hitzfeld. Nun müsse sich sein Team einspielen, die Automatismen verbessern, an die Leistungsgrenze gehen und erfolgreich sein. Zeit dafür bleibt nur wenig. Bis zum ersten WM-Gruppenspiel am 16. Juni gegen Europameister Spanien dauert es noch knapp zwei Wochen, in denen einzig noch die Testspiele gegen Costa Rica und gegen Weltmeister Italien (am Samstag in Genf) anstehen.

Hitzfeld will heute jene Startelf nominieren, die auch gegen Spanien beginnen soll. Die einzige Retouche wurde bereits vor Beginn des Trainingscamps vorgenommen, weil der verletzte Christoph Spycher Forfait erklären musste. Für den von Eintracht Frankfurt zu YB gewechselten Verteidiger wird Sampdoria-Söldner Reto Ziegler auf der linken Seite spielen.

Wegen muskulären Problemen wird Hitzfeld gegen Costa Rica auf die Ergänzungsspieler Hakan Yakin und Mario Eggimann verzichten müssen. Das intensive Training der letzten Tage in der ungewohnten Walliser Höhe zeitigte beim FCL-Stürmer und beim Verteidiger von Hannover Folgen. Für den weiteren Verlauf des Camps und die WM besteht jedoch laut Hitzfeld bei beiden Spielern keine Gefahr.

Hitzfeld deutete im Training am Sonntagvormittag an, dass er über eine mögliche Positions-Rochade im Mittelfeld nachdenkt. Tranquillo Barnetta und Valon Behrami tauschten die Seiten, was sie auch schon im Spiel gegen Uruguay phasenweise getestet hatten. Hinter Behramis Einsatz steht allerdings ein Fragezeichen. Der Mittelfeldspieler erhielt im gestrigen Training einen Schlag auf den rechten Knöchel. Die medizinischen Abklärungen führten zwar noch am frühen Abend zur Entwarnung, der Einsatz Behramis ist aber fraglich. Eine mögliche Alternative wäre der Basler Shootingstar Xherdan Shaqiri.

Die anderen Positionen sind fixiert und auch die Taktik klar: Hitzfeld beginnt mit einem 4-4-2-System, setzt in der Innenverteidigung auf das Westschweizer Duo Philippe Senderos und Stéphane Grichting, im defensiven Mittelfeld auf Benjamin Huggel und Gökhan Inler und im Sturm auf Captain Alex Frei und Blaise Nkufo.

Costa Rica wurde gezielt für das zweitletzte Vorbereitungsspiel ausgesucht. Die Zentralamerikaner spielen einen ähnlichen Fussball wie der letzte WM-Gruppengegner Honduras. Costa Rica hat die WM-Qualifikation als Vierter hinter den WM-Teilnehmern USA (3:1 und 2:2), Mexiko (0:2 und 0:3) und Honduras (2:0 und 0:4) nur um einen Punkt verpasst. Costa Rica scheiterte auch in der Barrage gegen Uruguay nur knapp (0:1 und 1:1).

Eine letzte Kostprobe ihres Könnens lieferten die Zentralamerikaner, die in der Weltrangliste als Nummer 40 nur zwei Positionen hinter dem Schweizer WM-Gegner Honduras und 16 Ränge hinter der Schweiz liegen, am letzten Mittwoch ab, als sie in Lens (Fr) gegen Frankreich lediglich 1:2 unterlagen. Nach dieser Partie reisten sie ins Wallis und bereiteten sich ebenfalls in Crans-Montana auf das Spiel in Sitten vor.

(si)

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