Aktualisiert 08.03.2013 14:55

Schüsse im ThurgauDritter Verdächtiger hat sich gestellt

Nach der Schiesserei in Romanshorn sitzen alle Tatverdächtigen in Haft. Raphael S. hat sich als letzter von ihnen gestellt. Offenbar hatte er die Schüsse aus Rache auf einen alten Freund abgefeuert.

von
jbu/eli

Eine Woche nach der Schiesserei in Romanshorn TG sitzen alle drei Tatverdächtigen hinter Gittern. Zwei Deutsche im Alter von 24 und 34 Jahren wurden bereits am Wochenende festgenommen – nun hat sich auch der dritte gestellt, wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilt.

Der 22-jährige Raphael S. meldete sich von sich aus bei der Polizei - wenige Stunden, nachdem die Staatsanwaltschaft Bischofszell und die Kantonspolizei Thurgau die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Fahndung nach ihm gebeten hatten.

Strafuntersuchung eröffnet

Raphael S. wurde festgenommen, gegen die anderen beiden Tatverdächtigen wurde bereits eine Strafuntersuchung wegen eventualvorsätzlichen Tötungsversuchs eröffnet. Sie werden dringend verdächtigt, an der Schussabgabe in Romanshorn beteiligt gewesen zu sein.

Bei der Schussabgabe in Romanshorn war am vergangenen Donnerstag der 25-jährige Kerim N. mittelschwer am Bein verletzt worden. Raphael S. und seine beiden Kollegen flüchteten nach der Tat in einem Auto.

Schüsse als Racheakt

Zum Tatmotiv liegen noch keine offiziellen Angaben vor. Raphael S.' Familie jedoch davon aus, dass es sich bei der Schussabgabe um einen Racheakt handelte. Denn der 22-Jährige wurde vor zwei Wochen selbst Opfer einer Schiesserei.

«Die Kugel hatte seinen Unterschenkel knapp oberhalb des Knöchels durchschlagen», sagt seine Mutter. Ihr Sohn habe sich damals in die Klinik Münsterlingen geschleppt, wo die Wunde verarztet worden sei. Raphael sei überzeugt gewesen, dass der Schütze aus dem Umfeld von Kerim N. stammte.

Zerstrittene Freunde

Raphael S. und Kerim N. kennen sich seit ihrer Kindheit. Letztes Jahr wohnte der IV-Bezüger Kerim N. gar für zwei Monate bei der Familie S. Der Streit der beiden geht laut Bekannten auf einen Vorfall im vergangenen Sommer zurück - offenbar eine Bagatelle. So soll Raphaels Mutter während der Auseinandersetzung beleidigt worden sein.

Raphael S. soll sich in den vergangenen Monaten zunehmend verändert haben. Bekannte beschreiben ihn als zunehmend aggressiv. Der 22-Jährige, der zweimal eine Lehre abgebrochen hat, soll exzessiv Bodybuilding betrieben und sich einen Kampfhund angeschafft haben. Unbestätigten Informationen zufolge stiess die Polizei bei der Durchsuchung seines Zimmers auch auf Testosteron-Präparate. Seine Mutter ist erleichtert, dass sich der Sohn jetzt gestellt hat: «Ich hoffe, dass er nun etwas Ruhe findet.» (jbu/eli/sda)

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