Zürich: «Drogen sind nicht mehr so rein wie früher»
Aktualisiert

Zürich«Drogen sind nicht mehr so rein wie früher»

Ecstasy und Kokain wird alles Mögliche beigemischt. Das kann für Street-Parade-Teilnehmer unangenehme Folgen haben, sagen Experten.

von
Regina Ryser

228 junge Menschen klappten letztes Jahr an der Street Parade zusammen, weil sie Alkohol, Drogen oder beides zusammen konsumiert haben – 24 mehr als 2008. Auch dieses Jahr rechnen Drogenexperten mit zahlreichen Opfern. «Viele Drogen sind nicht mehr so rein wie früher – wer sie schluckt, spielt Versuchskaninchen», sagt Tina Schmitter von der Szeneorganisation Eve&Rave.

Vor allem Ecstasy und Kokain werde alles Mögliche beigemischt, etwa Schmerzmittel und andere Arzneien. «Diese Fremdsubstanzen können zu Horrortrips mit Angstzuständen, Halluzinationen oder gar Vergiftungen führen», erklärt Schmitter. «Die langfristigen Risiken sind unbekannt. Es kann sogar Nierenschäden geben», doppelt Donald Ganci, Sprecher von Streetwork, nach. Deshalb ist die Jugendberatung auch dieses Jahr mit einem Drogenteststand an der Parade dabei: «Wer unbedingt Pillen schlucken will, sollte sie testen lassen», so Ganci.

Mehr Sorgen bereitet den Experten aber eine andere Droge – der Alkohol, der an der Technoparty wieder in Strömen fliessen wird. «Der Konsum illegaler Drogen hat eher abgenommen, dafür trinken mehr Jugendliche bis zur Bewusstlosigkeit», hat Urs Rohr von der städtischen Suchtpräventionsstelle beobachtet.

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