Kriminelle Bande: Drogen und Gewalt – drei Brüder verängstigen Zuger
Aktualisiert

Kriminelle BandeDrogen und Gewalt – drei Brüder verängstigen Zuger

Sie handeln mit Drogen und verprügeln Leute: Drei Brüder aus dem Kosovo verbreiten in der Stadt Zug Angst und Schrecken. Einer von ihnen sitzt in Untersuchungshaft.

Die beiden älteren Brüder* sind in der Stadt Zug kein unbeschriebenes Blatt: Viele Jugendliche und Erwachsene wissen offenbar, dass die Kosovaren mit Drogen handeln. Sie gehören zu einer Gruppe, die den Rauschgifthandel in Zug kontrollieren soll. Ein junger Mann hat gegenüber der «Weltwoche» über seine Erfahrungen berichtet.

Nur unter Zusicherung von Quellenschutz hat er sich bereit erklärt, über seine Erlebnisse zu berichten – er befürchtet Racheakte. «Es geht um Hasch, Gras und Kokain», sagte er. Die Brüder hätten damit grosses Geld gemacht. Gemäss dem Informanten trete die Bande selbstbewusst und sehr aggressiv auf. Alle hätten Angst vor ihr.

Schlägerattacke auf Alain Meier

Laut dem Bericht bestätigen auch andere Quellen, dass die Drogenbande schon mehrfach gewalttätig geworden sei. Es handelt sich um Abrechnungen mit Aussteigern der Bande. Ein Jugendlicher berichtet anonym: «Mein Kollege wurde von ihnen angegriffen – sie haben ihm die Mundwinkel verlängert, mit einem Messer.» Meistens bleibe es aber bei Drohungen und Einschüchterungen.

Die erwachsenen Brüder haben noch einen jüngeren Bruder. Dieser ist involviert in einen Fall, der die ganze Schweiz tief betroffen machte. Es ist die Schlägerattacke vom 5. September auf Alain Meier. Er wurde von einer Gruppe von Jugendlichen auf brutale Weise verprügelt und erlitt mittelschwere Verletzungen. Drei Tage später nahm er sich das Leben. Sein Vater ist sicher, dass die Gewalttat seinen Sohn in den Suizid getrieben hat. Vier Verdächtige hat die Zuger Strafverfolgungsbehörde inzwischen in Untersuchungshaft genommen. Einer der Brüder soll einer davon sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Jugendliche tätlich geworden ist. Vor einigen Jahren hat er zusammen mit anderen den gleichaltrigen Andreas* verprügelt und dies im Primarschulalter. Man habe ihn zuerst festgehalten und dann auf ihn eingeschlagen, sagt ein Bekannter von Andreas zur Weltwoche. Nach dem Vorfall sei der junge Mann mit der Hilfe von Sozialpädagogen aufwendig therapiert worden.

Älterer Bruder bestreitet die Tat

Der Bekannte von Andreas pocht auf härtere Sanktionen gegen gewalttätige Jugendliche. Der Kanton Zug gehe mit jugendlichen Straftätern äusserst nachsichtig um. Laut Quellen leben die Männer von Sozialgeld. «Es ärgert mich, dass wir eine Familie durchfüttern, die sich nicht an die Regeln hält.»

Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zug wollen sich wegen des Datenschutzes nicht zu den Brüdern und allfälligen Strafurteilen gegen sie äussern. Sprecherin Judith Aklin weist die Vorwürfe zur laschen Vorgehensweise zurück: «Gerade bei Jugendgewalt wird regelmässig mit Untersuchungshaft reagiert.»

Ein Weltwoche-Journalist konnte am Telefon mit einem der älteren Brüder sprechen. Dieser bestreitet vehement, dass sein jüngerer Bruder in die Attacke auf Alain Meier verwickelt sei. Seine Lehre sei wohl aber ruiniert wegen dessen Inhaftierung. Zu einem vereinbarten Treffen mit dem Journalisten erschien der Bruder nicht.

*Namen der Weltwoche bekannt (20 Minuten)

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