Grossbritannien: Drogen und Prostitution fliessen in BIP ein
Aktualisiert

GrossbritannienDrogen und Prostitution fliessen in BIP ein

Um ein höheres BIP und damit mehr aus dem EU-Budget-Topf zu erhalten, rechnet England neu auch Prostitution und das Drogengeschäft ein.

Prostitution soll im britischen BIP mit eingerechnet werden.

Prostitution soll im britischen BIP mit eingerechnet werden.

Grossbritannien will bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts in Zukunft auch Prostitution sowie den Import, die Herstellung und den Verbrauch illegaler Drogen berücksichtigen. In anderen EU-Staaten seien diese Aktivitäten zum Teil legal, deshalb brauche auch Grossbritannien Vergleichswerte, teilte die britische Statistikbehörde ONSam Freitag mit. Hintergrund ist, dass die Beitragszahlungen der Mitgliedsländer zum EU-Budget auf Grundlage des jeweiligen BIP berechnet werden und die Briten deshalb ihre Standards anpassen wollen.

Im Moment sind die einzigen illegalen Aktivitäten, die bei der vierteljährlichen Berechnung des britischen BIP herangezogen werden, Alkohol- und Tabakschmuggel. Durch die Schätzungen bei anderen Drogen und der Prostitution würden zum jährlichen BIP im Vergleich zu 2009 rund zehn Milliarden Pfund (12,3 Milliarden Euro) dazukommen, teilte ONS mit. Das sei aber wenig gemessen am Gesamt-BIP, das derzeit bei 1,5 Billionen Pfund stehe.

Die Schätzungen zu erstellen dürfte allerdings für die Statistiker schwierig werden. Darin müssten Posten wie Mietpreise für Bordelle, Kondomverkäufe und die Kleidung für Prostituierte einfliessen. Bei illegalen Drogen will die ONS die Produktion und den Verkauf von Crack, Kokain, Heroin, Cannabis, Ecstasy und Amphetaminen berücksichtigen. Das Anbauen von Gras wird dabei als «Produktion» gewertet, der Kauf für den Eigengebrauch als «Ausgaben» und ihr Verkauf als «Einnahmen».

(sda)

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