Aktualisiert

Berner DrogenszeneDrogenexzesse und volles Risiko mit 16

Sie sind jung, beratungsresistent und ständig zugedröhnt. Eine Studie erschreckt mit Fakten zur jüngsten Generation von Berner Drogenkonsumenten.

von
Patrick Marbach

Erstaunlich ist, dass sich die jungen Drögeler nichts sehnlicher wünschen als einen Job, damit sie nicht mehr dealen oder auf den Strich gehen müssen. Nur 16,5 Jahre alt waren sie durchschnittlich, als sie dem Heroin oder Kokain verfielen. Sie gehören zur wachsenden Gruppe von unter 25-Jährigen, die für Fachleute schlecht erreichbar und kaum einzuschätzen sind.

«Wir haben deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die uns nun Aufschluss über ihre Probleme und Bedürfnisse gibt», sagt Peter Menzi von Infodrog.

Auffällig ist vor allem das exzessive, risikoreiche Konsumverhalten der Drogenkonsumenten. Obwohl sie den Stoff meist inhalieren, kommt es viel öfter als erwartet zum gemeinsamen Gebrauch von möglicherweise infizierten Spritzen.

Auch beim Geschlechtsverkehr schützen sie sich kaum. Ein Fünftel dieser neuen Generation hat die Drogen mit der Muttermilch aufgesogen, auch ihre Eltern sind abhängig und stammen nicht selten aus Kriegsgebieten.

Die Studie der Uni Lausanne hat weiter ergeben, dass die jungen Drogenkonsumenten vielfach durch das bestehende Hilfsnetz fallen: Keine der beteiligten Institutionen erachtet ihr Betreuungsangebot als genügend. «Wir sind dabei, es an die Jugendlichen anzupassen», sagt Ines Bürge von Contact Netz. Zudem werde überprüft, ob bei der Spritzenversorgung Lücken bestehen.

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