Bezirksgericht Zürich: Ehemaliger Drogenkurier der «Vitamintaube» steht vor Gericht

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DrogenlieferantZürcher Bezirksgericht verurteilt Ex-Kurier der «Vitamintaube»

Während einer Drogenlieferung im Frühling 2020 wurde ein junger Mann verhaftet. Das Gericht sprach ihn am Mittwoch schuldig. 

von
Erika Unternährer

Darum gehts

  • Im Frühling 2020 wurde ein Kurier der «Vitamintaube» auf seiner Auslieferungstour erwischt. In seinem Rucksack wurden bei seiner Verhaftung diverse Drogen gefunden.

  • Die Gerichtsverhandlung fand am Mittwoch statt. Die Anklage forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Per Messengernachricht Drogen bestellen – diesen Dienst gewährleistete der Drogenlieferant «Vitamintaube» über Telegram. Im April 2021 interviewte 20 Minuten «Täubchen», die ursprüngliche Gründerin des Drogennetzwerks, ebenfalls über diesen Kanal. Wie «Täubchen» erklärte, handelte es sich bei der «Vitamintaube» um eine Plattform, welche die Zulieferer direkt mit dem Konsumenten verbindet. Laut der Gründerin beschäftigte das Netzwerk damals 50 Kurierinnen und Kuriere, welche rund 5000 Kunden belieferte. Über den genauen Umsatz wollte das «Täubchen» keine genauen Aussagen machen, schrieb aber, dass dieser «jährlich in die Millionen» gehe.

Ein ehemaliger Kurier der «Vitamintaube» musste sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der heute 31-jährige Jungunternehmer wurde im Frühling 2020 während einer Drogenlieferung erwischt. Laut «Züritoday», unter Berufung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, befanden sich im Rucksack des Kuriers rund ein Dutzend verschiedene Drogen, darunter Kokain, Ketamin, Ayahuasca und Opium. Verpackt gewesen seien diese in standardisierten Portionen, für welche die Kundinnen und Kunden je 100 Franken hinblättern mussten.

Bedingte Freiheitsstrafe für «Vitamintauben»-Kurier gefordert

Gegen den Ingenieur wurde Anklage wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz erhoben. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 80 Franken und eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Das Gericht sprach den 31-Jährigen entsprechend der Anklage schuldig und kam der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Die bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten wurde auf eine Probezeit von zwei Jahren angesetzt.

Als Grund, bei der «Vitamintaube» eingestiegen zu sein, gab der Jungunternehmer an, dass er damals zu Beginn der Pandemie Aufträge verloren habe und seine Angestellten nicht mehr habe zahlen können.

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