Aktualisiert 09.10.2012 10:07

«Ich deale mit Marihuana»Drogenrazzia bei Regierungsrats-Kandidat

Wegen einer unüberlegten Aussage am TV hat Pius Lischer, selbsternannter «politisch tätiger IV-Rentner» im Aargau, ein Verfahren am Hals. In seinem Haus wurden Hanfpflanzen sichergestellt.

Beim Aargauer Regierungsrats-Kandidaten Pius Lischer wurden Hanfpflanzen und geerntetes Marihuana gefunden.

Beim Aargauer Regierungsrats-Kandidaten Pius Lischer wurden Hanfpflanzen und geerntetes Marihuana gefunden.

Anderthalb Wochen vor den Wahlen im Kanton Aargau hat sich Pius Lischer, der ohne Wahlchancen für den Regierungsrat kandidiert, Ärger mit der Justiz eingehandelt. Er plauderte in einem Bericht des Lokalfernsehens Tele M1 freimütig aus, dass er Marihuana an Jugendliche verkaufe.

Weil dies als Offizialdelikt gilt, zwang der 49-Jährige die Behörden zur Tat: Am Montag kam es in Oberrüti AG zu einer Hausdurchsuchung. Dabei wurden die Hanfpflanzen sowie bereits geerntetes Marihuana des bekennenden Kiffers abtransportiert.

Die Staatsanwaltschaft sei explizit aufgrund des Berichts aktiv geworden, sagte Elisabeth Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Lischer, der sich selbst als «politisch tätigen IV-Rentner» bezeichnet, drohen strafrechtliche Konsequenzen. Mit dem seit Sommer 2011 geltenden Betäubungsmittelgesetz gibt es härtere Strafen für Personen, die Betäubungsmittel an Jugendliche abgeben.

Einvernahme nach Wahlsonntag

Der maximal mögliche Strafrahmen sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Lischer selbst bedauert die Aussagen, nicht aber die Verkäufe. Er habe tatsächlich ab und zu Marihuana von seinen Balkonpflanzen an Lehrlinge verkauft.

Er hätte jedoch vor laufender Kamera nicht «Jugendliche» sagen sollen, sagte Lischer am Dienstag auf Anfrage. Für den Freitag nach dem Wahlsonntag vom 21. Oktober ist er nun zur Einvernahme auf dem Polizeiposten in Muri AG vorgeladen worden.

(sda)

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