Winterthur: Drogenszene: Nur die Alkoholiker bleiben

Aktualisiert

WinterthurDrogenszene: Nur die Alkoholiker bleiben

Die Stadt Winterthur wertet das Projekt «Merkur» als Erfolg: Die offene Drogenszene beim Musikpavillon konnte aufgelöst werden. Drogenhandel- und Konsum gibt es zwar nach wie vor, aber viel seltener und weniger sichtbar als vorher.

An die frühere Szene erinnern lediglich noch einige wenige Alkoholiker, die sich bei gutem Wetter jeweils am Rande des Stadtparks auf Parkbänken niederlassen.

Ansonsten ist der Merkurplatz aber mit Marktständen belebt und wieder für die ganze Bevölkerung zugänglich, wie die Stadt Winterthur in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Das Massnahmenpaket «Merkur», mit dem die Stadt im April 2008 die Drogenszene auflöste, habe sich bewährt.

Das Projekt zeige, dass repressive Massnahmen alleine nicht zum Ziel führten, sondern soziale Massnahmen ebenso notwendig seien, schreibt die Stadt.

Sichtbare Polizeipräsenz

Bestandteil von «Merkur» waren in erster Linie andauernde und sichtbare Polizeipräsenz sowie eine Erweiterung des niederschwelligen Angebotes für die Süchtigen. So wurden etwa die Öffnungszeiten der Anlaufstelle für Randständige erweitert. Zusammen mit einer Gruppe von Betroffenen wurde zudem ein Aufenthaltsraum im alten Schützenhaus eingerichtet.

Die Stadt reinigte den Platz und organisierte die ersten Marktstände. Um eine erneute Drogenszene zu verhindern, sollen der Platz und der Stadtpark neu gestaltet werden. Drei Teams würden derzeit Vorschläge erarbeiten, schreibt die Stadt.

Der zwischen Bahnhof und Stadtpark gelegene Musikpavillon war bis zu seiner Räumung Anziehungspunkt der Drogen- und Alkoholikerszene, wobei die Belastung von Jahr zu Jahr zugenommen hatte. Immer häufiger kam es zu Beschwerden und Anzeigen aus der Bevölkerung und vom angrenzenden Gewerbe. (sda)

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