Polizeikontrolle: Drogentest wegen Red Bull positiv – Ausweis weg
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PolizeikontrolleDrogentest wegen Red Bull positiv – Ausweis weg

Ein 34-Jähriger muss seinen Fahrausweis abgeben, weil der Drogenschnelltest positiv ausfällt. Erst drei Wochen später bestätigt das Labor, dass er kein Junkie ist.

von
tam
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Adnan Mursulu wurde bei einer Polizeikontrolle positiv auf Drogen getestet, obwohl er keine Drogen konsumiert. Schuld war vermutlich das Red Bull.

Adnan Mursulu wurde bei einer Polizeikontrolle positiv auf Drogen getestet, obwohl er keine Drogen konsumiert. Schuld war vermutlich das Red Bull.

Keystone/Jean-Christophe Bott
Den Fahrausweis muss Mursulu auf der Stelle abgeben – für drei Wochen. Erst dann bestätigt das Labor, dass der 34-Jährige keine Drogen konsumiert hat.

Den Fahrausweis muss Mursulu auf der Stelle abgeben – für drei Wochen. Erst dann bestätigt das Labor, dass der 34-Jährige keine Drogen konsumiert hat.

Keystone/Christian Beutler
Der Schnelltest liefere oft falsche Ergebnisse, kritisiert Toxikologe Wolfgang Weinmann.

Der Schnelltest liefere oft falsche Ergebnisse, kritisiert Toxikologe Wolfgang Weinmann.

Keystone/Arno Balzarini

Als Adnan Mursulu (34) bei Biberist SO in eine Polizeikontrolle kam, musste er aussteigen und einen Drogenschnelltest machen. Obwohl er sich wehrte, bestanden die Beamten darauf, sich vor seiner Familie testen zu lassen, berichtet der «Blick». Das Ergebnis schockierte den Musiker: Er wurde positiv auf Amphetamin getestet.

Mursulu konnte es kaum glauben, denn ein Junkie sei er nicht. Abhängig sei er lediglich von Energy-Drinks. «Davon trinke ich täglich bis zu zehn Dosen», sagt er dem «Blick». Er habe die Polizisten noch darauf hingewiesen, dass der Test wohl wegen des vielen Red Bulls positiv sei. Das sei ihm schon einmal passiert.

Polizei hat nichts geahnt

Das brachte aber nichts. Mursulu musste auf der Stelle seinen Fahrausweis abgeben und für einen Bluttest ins Spital gehen. Auf den Bescheid und den Ausweis muss er dann fast drei Wochen lang warten, bis er Gewissheit hat. Das Schreiben bestätigt, dass die Blutprobe keine Hinweise auf Drogen enthält.

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt den Fall und sagt dem «Blick»: «Wir hatten keine Kenntnis und auch keine konkreten Anhaltspunkte, dass der Konsum von Energy-Drinks einen positiven Vortest ergeben könnte.» Toxikologe Wolfgang Weinmann widerspricht: «Gerade der Nachweis von Amphetaminen ist aufgrund von Kreuzreaktionen anderer Stoffe beim Schnelltest häufig falsch.» Belastbare Ergebnisse würden nur Blut- oder Urintests liefern.

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