Aktualisiert 24.03.2011 20:19

LuzernDrohanruf nach homophoben Aussagen

Die homophoben Aussagen des Luzerner SVP-Politikers Emil Grabherr sorgen nun auch parteiintern für Ärger. Gestern erhielt Grabherr einen Drohanruf.

von
Rahel Schnüriger
GaySVP-Präsident Feurer (r.) findet Grabherrs Aussagen inakzeptabel.

GaySVP-Präsident Feurer (r.) findet Grabherrs Aussagen inakzeptabel.

Die heftigen Reaktionen auf die schwulenfeindlichen Aussagen des Luzerner SVP-Politikers Emil Grabherr sind noch nicht verebbt. Gestern äusserte sich auch die GaySVP zu der Angelegenheit und erklärte sich Grabherrs Ansichten in einer Mitteilung: «In der Regel zeugen Haltungen wie jene des Verfassers von einem gestörten Verhältnis zur eigenen Sexualität, ja vielleicht sogar zur eigenen Homosexualität.»

Emil Grabherr war in den letzten Tagen in die Kritik geraten, weil er im kantonalen SVP-Kurier Schwule in drei Kategorien eingeteilt hatte: «Solche, die in einer ordentlichen Partnerschaft leben, männ­liche Huren und Bubenschänder.»

Für Beat Feurer, Präsident der GaySVP, ist klar: «Grabherrs Aussagen sind inakzeptabel. Eine Entschuldigung ist angebracht.»

Die Parteileitung der Luzerner SVP steht aber hinter Grabherr. «Was er grundsätzlich aussagen wollte, war richtig: Im Kindergarten muss nicht schon von Schwulen und Lesben geredet werden», so Josef Kunz, Präsident der SVP Kanton Luzern.

Grabherr selber gab gestern Morgen noch Auskunft, zog seine Aussagen dann aber ­zurück. Die Luzerner Polizei bestätigte auch, dass Grabherr Anzeige gegen unbekannt eingereicht hat, da er gestern telefonisch bedroht wurde.

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