Stau im Suezkanal: Drohen nun Engpässe bei Konserven und Kleidern?
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Stau im SuezkanalDrohen nun Engpässe bei Konserven und Kleidern?

Ein querliegender Mega-Frachter blockiert die wichtigste Transportverbindung zwischen Asien und Europa. Das kann zu Warenengpässen führen – auch in der Schweiz. Hiesige Detailhändler rechnen darum mit Lieferverzügen.

von
Barbara Scherer

So versuchen ägyptische Schlepper das riesige Containerschiff im Suezkanal zu befreien.

20 Minuten

Darum gehts

  • Ein Containerschiff blockiert den Suezkanal.

  • Das wirkt sich negativ auf den Welthandel aus.

  • Hiesige Detailhändler rechnen darum mit Lieferverzügen.

Eines der grössten Containerschiffe der Welt, die «Ever Given», steht seit dem 24. März quer im engen Suezkanal und blockiert die wichtigste Transportverbindung zwischen Europa und Asien. Die Blockade hält inzwischen schon fast 350 andere Schiffe auf.

Das hat Folgen für den weltweiten Warenverkehr. Vor allem bei Technologie- und Automobilunternehmen könnten sich Lieferungen verzögern. Hält der Stau an, könnten bald auch alltägliche Non-Food-Produkte in den hiesigen Regalen fehlen.

So importiert etwa die Migros zahlreiche Konserven, wie Ananas aus Thailand, durch den Suezkanal. Möbel und Textilien bezieht die Detailhändlerin aus Vietnam und Indien. Noch rechnet die Migros aber nicht mit Nachschubproblemen, wie ein Sprecher zu 20 Minuten sagt.

Es habe noch genügend Ware in der Schweiz an Lager. «Bei einer längeren Blockade werden die Schiffe – wie in alten Zeiten – über Südafrika, ums Kap der guten Hoffnung, umgeleitet», sagt der Migros-Sprecher. Gewisse Reedereien hätten bereits damit begonnen. Der Transportweg verlängert sich dadurch aber bis zu 15 Tage.

Darum rechnet Aldi im Non-Food-Bereich vereinzelt mit Lieferverzügen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagt. Noch könne man aber keine Engpässe verzeichnen. Das bestätigt auch Lidl.

Coop zeigt sich zuversichtlich: «Wir haben genügend Waren an Lager und unsere Verkaufsstellen werden regelmässig beliefert.» In erste Linie würden vor allem Elektrogeräte durch den Suezkanal bis in die Schweizer Filialen geliefert. Dabei seien mögliche einzelne Verzögerungen derzeit kein Problem.

Das ist der Suezkanal

Der 1869 eröffnete Suezkanal dient vor allem der Erleichterung der Handelsverbindungen zwischen Asien und Europa. Die Strecke von Singapur nach Rotterdam verringert sich durch den Kanal um 6000 Kilometer gegenüber der Fahrt um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Ägypten erzielte aus den Durchfahrtsrechten durch den Suez-Kanal im vergangenen Jahr einen Erlös von umgerechnet 4,2 Milliarden Euro.

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