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FreiburgDrohnen am Samichlaus-Umzug verboten

Der Freiburger Staatsrat verbietet den Einsatz von Drohnen während des Nikolausfestes. Die kantonale Regelung ist restriktiver als die nationale.

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sul
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Während des Sankt-Nikolaus-Umzuges in Freiburg müssen Drohnen am Boden bleiben.

Während des Sankt-Nikolaus-Umzuges in Freiburg müssen Drohnen am Boden bleiben.

Freiburg Tourismus
Auslöser des Verbots war ein Unfall im Jahr 2016. «Damals ist eine Drohne abgestürzt und hat eine Person am Kopf verletzt», erklärt Polizeisprecher Vonlanthen.

Auslöser des Verbots war ein Unfall im Jahr 2016. «Damals ist eine Drohne abgestürzt und hat eine Person am Kopf verletzt», erklärt Polizeisprecher Vonlanthen.

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt warnt auf seiner Webseite vor den Gefahren durch die Flugkörper: «Auch bei einer kleineren Drohne können die hochdrehenden Rotoren zu schweren Schnittverletzungen führen. Beim Absturz einer Drohne können Personen am Boden verletzt werden.»

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt warnt auf seiner Webseite vor den Gefahren durch die Flugkörper: «Auch bei einer kleineren Drohne können die hochdrehenden Rotoren zu schweren Schnittverletzungen führen. Beim Absturz einer Drohne können Personen am Boden verletzt werden.»

Obs/greater Zurich Area Ag/yuneec International

Am kommenden Samstag findet in Freiburg das traditionelle Nikolausfest statt. Am späteren Nachmittag wird der Samichlaus auf seinem Esel durch die Strassen ziehen und mit seinen Schmutzlis Lebkuchen an die Kinder verteilen. Damit dem Stadtpatron und den Umzugsteilnehmern dabei kein Ungemach von oben droht, hat der Staatsrat einen Beschluss gefasst: Er verbietet während des Umzugs die Verwendung von Drohnen und ähnlichen Fluggeräten.

«Der Anlass nimmt allmählich ein Ausmass an, das uns verpflichtet, bei der Sicherheit Fortschritte zu erzielen», sagt Bernhard Vonlanthen, Sprecher der Kantonspolizei Freiburg. Am Niklausfest würden sich mittlerweile über 30'000 Leute durch die Innenstadt bewegen. Bereits in den beiden Vorjahren waren Drohnenflüge während des Volksfestes untersagt. Auslöser war ein Unfall im Jahr 2016. «Damals ist eine Drohne abgestürzt und hat eine Person am Kopf verletzt», erklärt Vonlanthen.

Freiburger Regelung ist restriktiver

Zwar sind Drohnen, die zwischen 500 Gramm und 30 Kilogramm wiegen, über oder näher als 100 Meter von Menschenansammlungen in der Schweiz ohnehin untersagt. So will es die Verordnung über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien (VLK). Die Freiburger Regelung geht allerdings weiter: Sie betrifft auch Flugobjekte mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm, zudem sind sie bei der Veranstaltung in einem Umkreis von 300 Metern verboten.

Für eine derartige Menschenmasse inmitten einer Stadt sei diese Handhabe sicherer und praktikabler, sagt Vonlanthen. Zudem liessen sich allfällige Vergehen viel leichter ahnden, wenn das Verbot kantonal ausgesprochen worden sei. In Ausnahmefällen, etwa zu Presse- oder Werbezwecken, kann der Einsatz einer Drohne bewilligt werden.

Schwirrt über den Zuschauern des Nikolausfestes trotz Verbot eine Drohne, wird diese abgefangen und beschlagnahmt. Dem Täter droht eine Anzeige. Dass es so weit kommt, glaubt der Polizeisprecher aber nicht: «Das Verbot wurde in den letzten beiden Jahren sehr rigoros eingehalten.»

Zahlreiche Zwischenfälle mit Drohnen

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt warnt auf seiner Webseite vor den Gefahren durch die Flugkörper: «Auch bei einer kleineren Drohne können die hochdrehenden Rotoren zu schweren Schnittverletzungen führen. Beim Absturz einer Drohne können Personen am Boden verletzt werden.»

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Zwischenfällen mit Drohnen. Im Mai dieses Jahres stürzte in Zürich in einem Waldstück ein Flugobjekt in der Nähe von spielenden Kindern ab. Im April kollidierte beim Flughafen Grenchen SO eine Drohne beinahe mit einem Kleinflugzeug. Und im März stiess ein Gerät mit einem 6-jährigen Kind zusammen und verletzte es am Gesicht und an der Hand.

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