Flughafen Altenrhein SG: «Drohnen-Hobbypiloten sind eine Gefahr für uns»
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Flughafen Altenrhein SG«Drohnen-Hobbypiloten sind eine Gefahr für uns»

Der Flughafen St. Gallen-Altenrhein ist der erste Flughafen der Schweiz, der ein Drohnendetektionssystem betreibt. Damit wappnet man sich gegen die steigende Gefahr durch ferngesteuerte Drohnen.

von
Leo Butie
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Max Mumenthaler, Leiter Flugsicherung des Flughafens Althenrhein, vor dem Dashboard von Droneshield. Künftig wird ein Drohnenspürsystem über den Flughafen St. Gallen-Altenrhein wachen.

Max Mumenthaler, Leiter Flugsicherung des Flughafens Althenrhein, vor dem Dashboard von Droneshield. Künftig wird ein Drohnenspürsystem über den Flughafen St. Gallen-Altenrhein wachen.

People’s Air Group/Tino Dietsche
Es komme regelmässig zu Zwischenfällen mit Drohnen, sagt Timo Nielsen, Safety & Compliance Manager des Flughafens St. Gallen-Altenrhein.

Es komme regelmässig zu Zwischenfällen mit Drohnen, sagt Timo Nielsen, Safety & Compliance Manager des Flughafens St. Gallen-Altenrhein.

Droneshield
Mit dem Drohnendetektionssystem von Droneshield wird dem Flugverkehrsleiter viel Arbeit abgenommen. 

Mit dem Drohnendetektionssystem von Droneshield wird dem Flugverkehrsleiter viel Arbeit abgenommen.

People’s Air Group/Tino Dietsche

Darum gehts

  • Der Flughafen St. Gallen-Altenrhein hat ein Drohnendetektionssystem in Betrieb genommen.

  • Dafür spannte der Flughafen mit einer australischen Firma zusammen.

  • Das System entlastet die Arbeit des Flugverkehrsleiters.

  • St. Gallen-Altenrhein ist der erste Flughafen der Schweiz, der ein solches System einführt.

Drohnen liefern schöne Landschaftsbilder und sind in den letzten Jahren zu einem beliebten Spielzeug für Hobby-Aviatiker geworden. Mit der steigenden Beliebtheit ist deshalb auch die Anzahl der Drohnen im Luftraum gewachsen. Die kleinen Drohnen können aber eine grosse Gefahr für den normalen Flugverkehr werden.

Wie der Flughafen St. Gallen-Altenrhein schreibt, stehen viele Flughäfen dieser Gefahr blind gegenüber und müssten auf Ferngläser zurückgreifen, um Drohnen in der Nähe zu erkennen. Da Sicherheit an erster Stelle steht, hat sich der Flughafen St. Gallen-Altenrhein dazu entschieden, ein Drohnendetektionssystem zu installieren. Immer wieder komme es vor, dass unwissende Hobbypiloten ihre Drohnen in der Nähe des Flughafens steigen liessen. «Unser Sicherheitspersonal muss regelmässig ausrücken, um Drohnenpiloten auf die Kontrollzone hinzuweisen», sagt Timo Nielsen, Safety & Compliance Manager des Flughafens. Mit dem neuen System würde dem Flugverkehrsleiter viel Arbeit abgenommen.

Drohnenflüge in der Nähe von Flughäfen

Im Umkreis von 5 Kilometern rund um Flugplätze und Heliports braucht es für den Betrieb einer Drohne über 0,5 Kilo vorgängig eine Bewilligung – entweder durch den Flugplatzhalter oder bei grösseren Flugplätzen durch die Flugsicherung Skyguide.

Auf der Drohnenkarte des Bazl kann man sich darüber informieren. Auf der interaktiven Karte wird aufgezeigt, wo Einschränkungen und Verbote existieren.

Australische Firma liefert System

In Zusammenarbeit mit Droneshield, einer Firma mit Sitz im australischen Sydney, wurde ein solches System im September aufgebaut. Nach intensivem Erproben und Kalibrieren ist das System nun einsatzbereit. Damit der reguläre Flugverkehr nicht durch zusätzliche Radiosignale gestört wird, funktioniert das System rein passiv. «Die Umgebung wird nach Radiosignalen abgelauscht, die von den Drohnen und den Fernbedienungen ausgesendet werden», erklärt Nielsen die Funktionsweise des Systems. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Transmission von Videomaterial gelegt, da viele Drohnen mit Kameras ausgestattet sind.

Mit einer Triangulation des Signals können die genaue Position sowie die Flugbewegung der Drohne ermittelt werden. Entdeckt das System in der Nähe des Flughafens eine Drohne, wird ein Alarmsignal inklusive Position und Live-Videobild an den Flugverkehrsleiter gesendet, der anschliessend die notwendigen Massnahmen einleiten kann. «Ist die Drohne nah am Flughafen, rückt unser Sicherheitspersonal aus, um den Piloten zu finden», sagt Nielsen. Über den Preis des Systems schweigt man sich aus. Nur so viel: «Es war eine kostspielige Anschaffung», verrät Nielsen.

Bisher sei es noch zu keinem Ernstfall gekommen. «Momentan herrscht bei Drohnenflügen wenig Betrieb», sagt Nielsen. Dies habe auch mit der schlechten Witterung zu tun. Vor allem an sonnigen Tagen könne es dann zur ersten Feuertaufe kommen.

Über dem Alpstein sind private Drohnenflüge seit dem 1. November komplett verboten.

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