Mosquitocopter: Drohnen sollen Zika-Virus bekämpfen
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MosquitocopterDrohnen sollen Zika-Virus bekämpfen

Um die Fortpflanzung der Zika-infizierten Mücken einzudämmen, will ein deutsches Unternehmen sterile Männchen mittels Drohnen aussetzen.

von
J. Panknin

Während die Pharmaindustrie auf Hochtouren an einem Impfstoff gegen das Zika-Virus arbeitet, möchte sich der deutsche Drohnen-Hersteller Height Tech mit einer innovativen Idee am Kampf gegen die Epidemie beteiligen: Mithilfe sogenannter Mosquitocopter sollen Tausende unfruchtbare Mückenmännchen in betroffenen Gebieten ausgesetzt werden, um die Fortpflanzung einzudämmen.

Dank dem Einsatz der Drohnen könnten die durch radioaktive Strahlung sterilisierten Männchen schnell und einfach auch in entlegenen und schwer zugänglichen Regionen auf paarungswillige Weibchen losgelassen werden. Die Moskitos würden sich zwar paaren und die Weibchen im Anschluss Eier legen, aus denen jedoch kein Nachwuchs schlüpfen würde. Auf diese Weise soll die Population reduziert werden.

Sechs bis acht Monate Vorbereitungszeit

Das Prinzip liesse sich auch bei der Bekämpfung von Malaria, Dengue, Gelbfieber und andere Tropenkrankheiten, die von Moskitos übertragen werden, anwenden. Dafür müssten aber erst einmal Millionen männliche Mücken gezüchtet und bestrahlt werden. Laut dem «Handelsblatt» bräuchte Height Tech sechs bis acht Monate für die Vorbereitungszeit eines solchen Einsatzes.

Seinen Prototyp präsentiert das deutsche Unternehmen diese Woche am internationalen Wettbewerb Drones for Good in Dubai. Dort werden Projekte prämiert, die die Drohnentechnologie auf innovative Weise einsetzen. Der erste Platz wird am Samstag vergeben und ist mit einem Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar dotiert.

Auch Schweizer betroffen

Am Montag rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf einen weltweiten Gesundheitsnotfall aus. Das Zika-Virus, das mit grosser Wahrscheinlichkeit für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich ist, breitet sich explosionsartig, aus. In der Schweiz gibt es bisher mindestens zwei Fälle von Reiserückkehrern, die sich in den Ferien in den Tropen angesteckt haben.

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