Florida: Drohnen und Hunde sollen die Guacamole retten

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FloridaDrohnen und Hunde sollen die Guacamole retten

Ein Killer-Pilz, der von einem kleinen Käfer verbreitet wird, rafft haufenweise Avocados dahin. Um den Nachschub an Guacamole zu sichern, werden Hunde und Drohnen eingesetzt.

von
pat
Ein gefährlicher Pilz bedroht die Avocado-Ernte in Florida.

Ein gefährlicher Pilz bedroht die Avocado-Ernte in Florida.

Feinschmecker, aufgepasst: Avocados könnten bald knapp werden. Der Grund: ein Pilz, der von Käfern verbreitet wird. In Florida haben die Bauern den Kampf gegen den kleinen Feind aufgenommen.

Die Killer verstecken sich in den Bäumen. Drohnen mit Wärmesensoren sollen sie aufspüren. Ist ihr Standort schliesslich eingekreist, kommen die Hunde ins Spiel. Wenn es darum geht, den weltweiten Nachschub für den beliebten Avocado-Dip Guacamole zu sichern, darf keine Waffe ausgelassen werden.

Auf den subtropischen Anbauflächen in Südflorida kämpfen Forscher gegen einen gefährlichen Pilz, der von einem kleinen Käfer verbreitet wird. Die Gefahr besteht, dass die Avocado-Ernte in Florida schwer geschädigt wird. Sogar einen Hashtag haben sie ihrer Mission schon verpasst:#SaveTheGuac.

Pflanzen verwelken

«Das ist vielleicht die grösste Gefahr für die Avocados, die es je in Florida gegeben hat», sagt Jonathan H. Crane, ein Experte für Tropenfrüchte an der University of Florida. Der Eichenholzbohrer, der aus Asien eingeschleppt und erstmals im Jahr 2002 in den USA nachgewiesen wurde,verbreitet den Pilz Raffaelea lauricola. Dieser befällt Lorbeerbäume, zu deren Familie auch Avocados gehören. Bei einer Infektion verwelken die Pflanzen und können innerhalb von sechs Wochen völlig absterben.

Die Forscher und Bauern versuchen, den Pilz zu bekämpfen, bevor er sich weiter ausbreitet und möglicherweise bis nach Kalifornien gelangt, wo die Avocado besonders häufig angebaut wird. In Florida stehen sie hinter Zitrusfrüchten auf Rang zwei in der Erntestatistik. Optisch gibt es Unterschiede: Die Avocados aus dem Sunshine State sind grösser und haben eine weichere Schale als die aus Kalifornien.

Avocados im Wert von 400 Mio. Dollar pro Jahr

Von dort kommen rund 90 Prozent der US-weiten Avocado-Ernte – im Wert von rund 400 Millionen Dollar (knapp 360 Millionen Euro) pro Jahr. Diese Zahlen machen deutlich, warum die Ausbreitung des Pilzes gestoppt werden muss, bevor er Kalifornien erreicht.

Im Miami-Dade County testen Forscher, wie man vorgehen kann. Die Erntezeit für die Avocados dort beginnt Anfang Juni. Dazu haben sie sich mit einer Firma für Drohnen sowie mit Hundeführern zusammengetan. Das grösste Problem im Kampf gegen die Pflanzenkrankheit: Wenn die Bauern die Anzeichen für einen Befall sehen, ist es zu spät. Die dünnen, haarähnlichen Zacken, die aus den Stämmen und Ästen der Pflanzen herausragen, sind quasi das Sägemehl der Käfer, die sich zum Brüten in die Bäume gefressen haben.

Ziel ist es, den Befall so früh wie möglich festzustellen, also noch bevor sich die Symptome zeigen, und den Baum dann mit Fungiziden zu behandeln, um ihn so zu retten.

Digitale Wärmebildkameras

Zunächst geht es darum festzustellen, welcher Teil der Anbaufläche befallen ist. Dazu kommen die Drohnen ins Spiel. Ty Rozier, Besitzer der Drohnenfirma Elevated Horizons aus Miami, erklärt, seine Fluggeräte seien mit digitalen Wärmebildkameras ausgestattet. Die Forscher werten die Fotos und Videos aus, um die infizierten Bäume zu finden. Dann schlägt die Stunde der Hunde.

«Das ist fast wie bei einer Krebserkennung», sagt Chemieprofessor Ken Furton. «Mehrere Hunde haben bei infizierten Bäumen angeschlagen, die noch keine Zeichen für einen Befall trugen.»

Wenn die Vierbeiner – derzeit vier Tiere, darunter zwei Belgische Schäferhunde – einen Baum gefunden haben, wird dieser ausgegraben und verbrannt. Dann werden die umliegenden Bäume mit Fungiziden behandelt, in der Hoffnung, sie zu retten oder die Krankheit ganz zu vernichten – und das alles für die Guacamole.

(pat/sda)

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