SyrienDrohnen-Video zeigt zerstörtes Kobane
Wochenlang tobten die Kämpfe um das syrische Kobane. 70 Prozent der Stadt liegen in Schutt und Asche. Ein Video aus der Luft zeigt erschütternde Bilder.
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- cfr
Drohnen-Aufnahmen von CNN International zeigen das Ausmass der Zerstörung in Kobane. Letzten September war die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in die nordsyrische Kurdenstadt nahe der türkischen Grenze eingefallen.
Ein wochenlanger Kampf tobte um die strategisch wichtige Stadt: Der IS bombardierte Kobane vor allem aus dem Süden – allein am 3. Oktober feuerte die Terrormiliz 80 Granaten an einem Tag ab. Später rückten die Terroristen mit Panzern vor und setzten Autobomben ein.
Was zurückbleibt, ist Zerstörung
Kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG) und Peschmerga kämpften in den zerbombten Häuserzeilen gegen die Terrormiliz – auch sie setzten Artillerie ein. Die Anti-IS-Koalition bombardierte vor allem an den Stadträndern Ziele des IS. Im Januar 2015 vermeldeten kurdische Kämpfer den Sieg: Kobane ist von den Islamisten befreit. Was zurückbleibt, ist Zerstörung.
Das Drohnen-Video zeigt bedrückende Aufnahmen: zerbombte Häuser, zerfetzte Autos, Geröll und Staub. «70 Prozent von Kobane sind zerstört», sagt Idriss Nassan, ein syrischer Kurde zu CNN. «Wir haben nicht genug Maschinen, um die Trümmer zu entfernen und neue Gebäude zu bauen. Der Wiederaufbau wird Milliarden kosten.»
Bewohner kehren zurück – trotz Lebensgefahr
Trotzdem strömen Einwohner in die Stadt zurück. «Es leben schon wieder 60'000 Zivilisten in und um Kobane», sagt Nassan. Vor dem Kampf um die Stadt war die Zahl der Bewohner aufgrund der Flüchtlinge auf 100'000 angestiegen. Eine Bäckerei, zwei Schulen und ein privates Spital haben ihren Betrieb aufgenommen.
Die Rückkehr nach Kobane ist lebensgefährlich: Rund 40 Menschen sind bislang von Minen und Sprengfallen getötet worden, vermeldet das kurdische Mediennetzwerk Rudaw. Die Behörden mahnen die Einwohner, erst zurückzukommen, wenn die Stadt gesäubert ist. Trotzdem wollen viele Menschen in ihre vier Wände zurück – auch wenn diese nur noch zu erahnen sind.
Luftangriff tötet nahe Kobane 52 Menschen – US-Militär dementiert
Vor einer Woche sollen bei einem Luftangriff der USA und ihrer arabischen Verbündeten 52 Zivilisten getötet worden sein. Die Koalition habe rund 40 Kilometer südlich der Stadt Kobane ein Dorf unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angegriffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch Kämpfer der Extremisten seien ums Leben gekommen.
Das amerikanische Militär bestreitet die Anschuldigungen: «Wir haben derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass bei diesen Angriffen Zivilisten getötet wurden», teilte der Pressesprecher des US-Kommandos mit. (SDA)