Basel: Droht am Rheinufer die Polizeistunde um 22 Uhr?

Aktualisiert

BaselDroht am Rheinufer die Polizeistunde um 22 Uhr?

Ein Anwohner klagt gegen die Bar des Kulturflosses – und indirekt auch gegen die anderen Restaurants am Oberen Rheinweg.

von
Jonas Hoskyn

Heute Abend startet die diesjährige Ausgabe des Kulturflosses «im Fluss», doch den Machern droht bereits Ärger fürs nächste Jahr: Ein Anwohner hat beim Tiefbauamt Einsprache erhoben und fordert, dass die Floss-Bar künftig nur noch bis zum Konzert­ende um 22 Uhr statt bis ­Mitternacht offen bleiben darf. Das Tiefbauamt hat die Einsprache bereits abgewiesen: Nun liegt der Fall beim Baudepartment. Der nächste Schritt wäre der Gang vor Gericht – für die Floss-Macher das sechste Mal in neun Jahren.

Für Kapitän Tino Krattiger hat der Fall jedoch eine weitere Dimension: «Das gefährdet im höchsten Mass die Aus­sengastronomie am Rhein.» Er fürchtet, ein Urteil gegen das Floss könnte als Leitentscheid gegen die anderen Gastrobetriebe am Rheinbord verwendet werden. Betroffen wären dann in erster Linie die Restaurants Krafft, Schmaler Wurf und Hecht, die wegen dem Fanzonen-Boykott während der Euro als Die 3 bekannt wurden. «Wenn die einen Schuh in der Tür haben, kann viel passieren», sagt denn auch Robert Schröder, der Wirt vom Schmalen Wurf. «Wenn wir um 22 Uhr reinstuhlen müssen, sind wir die Lachnummer von ganz Europa.»

Zum neunten Mal im Fluss

Mit Fucking Beautiful wird heute Abend die diesjährige «S’isch im Fluss»-Saison eröffnet. Bis zum 16. August gibt es auf dem Floss jeden Abend hochkarätige Konzerte zu hören. Mit dem Chansonnier Michael von der Heide etwa gibt es einen «Schmaus für Augen und Ohren»; fette Beats und freche ­Reime versprechen Black Tiger und MC Rony. Zudem greift auch die Jazz-Legende George Gruntz auf dem Floss in die ­Tasten. Die Konzerte beginnen jeweils um 21 Uhr.

Deine Meinung