MEI-Kundgebung abgesagt: Droht Bern dennoch eine Strassenschlacht?
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MEI-Kundgebung abgesagtDroht Bern dennoch eine Strassenschlacht?

Die Demo von Brennpunkt Schweiz zum Thema MEI wurde abgesagt. Rechte drohen dennoch nach Bern zu kommen – dies könnte auch Linke mobilisieren.

von
cho
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Organisator Nils Fiechter (JSVP) verkündete am Mittwoch, dass die für 18. März geplante Kundgebung «Wir sind Direkte Demokratie» nicht stattfinde.

Organisator Nils Fiechter (JSVP) verkündete am Mittwoch, dass die für 18. März geplante Kundgebung «Wir sind Direkte Demokratie» nicht stattfinde.

20 Minuten/stm
Als Grund nannte Fiechter Sicherheitsbedenken, wegen angekündigten Störaktionen von Linker Seite.

Als Grund nannte Fiechter Sicherheitsbedenken, wegen angekündigten Störaktionen von Linker Seite.

Keystone/Marcel Bieri
Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) nannte diese Aussage «eine Affront für die Polizei». In seiner bisherigen Amtstätigkeit habe er es selten erlebt, dass für einen Anlass so viel Aufwand betrieben wurde. Der Schutz der Kundgebung sei gewährleistet gewesen.

Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) nannte diese Aussage «eine Affront für die Polizei». In seiner bisherigen Amtstätigkeit habe er es selten erlebt, dass für einen Anlass so viel Aufwand betrieben wurde. Der Schutz der Kundgebung sei gewährleistet gewesen.

Keystone/Peter Schneider

Die Kundgebung von Brennpunkt Schweiz wurde gestern vom OK abgesagt. In linksgerichteten Kreisen ist der Jubel gross: Videos von tanzenden Gruppen oder spöttische Memes über Organisator Nils Fiechter (JSVP) machen im Netz die Runde.

Auf der Facebook-Site von Brennpunkt Schweiz stehen die Organisatoren auch unter Beschuss aus den eigenen Reihen. «Das Komitee macht sich vor Angst in die Hosen», schreibt etwa ein Nutzer. «Ich habe für diesen Tag extra freigenommen und bin unter allen Umständen bereit gewesen, auf die Strasse zu gehen.» Ein anderer beschimpft das OK als «Angsthasen» und fühlt sich als Rechtswähler im Stich gelassen.

Rechter Aufruf zum Ungehorsam

Wegen der geplanten Kundgebung «Wir sind Direkte Demokratie» und angekündigten Störaktionen von Linker Seite, wurde laut Sicherheitsdirektor Reto Nause «extremer Aufwand betrieben, um die Sicherheit am Anlass zu gewährleisten». Bleibt es an diesem Samstag nun Ruhig in Bern?

Glaub man den Facebook-Kommentaren, wollen einige ihre Meinung am 18. März trotzdem kundtun – ein Nutzer meint etwa: «Es kann mich niemand hindern, nach Bern zu reisen und ein Zeichen zu setzen.» Ein anderer ruft für das Datum gar zum Ungehorsam auf dem Bundesplatz auf. «Ich rufe alle auf, am 18. März die Demo zu machen. Es geht um uns und unser Recht», schreibt ein weiterer.

Experte empfiehlt Wachsamkeit

Laut Extremismus-Experte Samuel Althof könnte es am 18. März in Bern durchaus knallen: «Wenn jemand mit Einfluss in der rechten Szene meint ‹jetzt erst recht›, könnten dem Aufruf bis zu 100 Personen folgen.» Ein solcher Aufmarsch würde wohl auch die Gegenseite auf die Strasse locken: Linke Kräfte seien jeweils in der Lage, sehr kurzfristig und schnell zu reagieren. Althof: «Wenn ich die Polizei wäre, dann hätte ich auf jeden Fall einige Einsatzkräfte in Bereitschaft.»

Viel Wirbel um Demo

Mit der Kundgebung «Wir sind Direkte Demokratie» wollte der Verein «Brennpunkt Schweiz) um Nils Fiechter (JSVP) für eine starke Demokratie und eine unabhängige Schweiz demonstrieren. Den Kundgebungsaufruf begründete er mit der Masseneinwanderungsinitiative, die nicht gemäss dem Volkswillen umgesetzt werde. Die Demonstration war in Bern mit Spannung erwartet worden, weil Gegenkundgebungen angekündigt worden waren. Im Internet wurde auch zur Gewalt gegen den Anlass aufgerufen. Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte im Vorfeld versichert, dass die Kapo Bern in der Lage sei, die Kundgebungen zu schützen.

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