Aktualisiert 17.03.2009 22:21

Arbeitsgericht

Droht dem Grand Casino Basel eine Millionenklage?

Die grösste «Spielhölle» in der Region wird von einem Ex-Mitarbeiter verklagt. Rolf Haller* hat rund fünf Jahre im Grand Casino Basel gearbeitet.

Laut Arbeitsgesetz hätte ihm täglich mindestens eine halbe Stunde Pause zugestanden. «Diese musste ich jeweils im Casino verbringen. Es war verboten, das Gebäude zu verlassen», sagt Haller. Laut Gesetz ist dies nicht erlaubt: Wenn die Parteien keine anderen Abmachungen getroffen haben, müssen solche Pausen ausbezahlt werden. Rund 260 Angestellte wurden somit laut Haller jahrelang geprellt. Aus Angst vor einem Jobverlust habe sich niemand gewehrt. «Wer etwas zu meckern hatte, konnte gehen. ‹Hire and Fire› war an der Tagesordnung.»

Haller habe die Leitung mehrfach auf die Missstände angesprochen, geändert habe sich aber nichts – bis Anfang dieses Jahres: In einem neuen Reglement mussten die Arbeitnehmer unterschreiben, dass ihre Pausen, die sie weiter im Haus verbringen müssen, nicht ausbezahlt werden.

«Mit der Änderung des Arbeitsvertrages hat das Casino offenbar selber eingesehen, dass die Pausen zu entlöhnen sind», sagt Hallers Anwalt Hans Suppiger. Für seinen Mandanten fordert er rund 30000 Franken. Melden sich noch mehr Angestellte, muss das Casino laut Suppiger mit einer Millionensumme rechnen. Michael Favrod, Geschäftsführer des Grand Casino, wehrt sich: «Unsere Pausenregelung ist von jeher nach den arbeitsgesetzlichen Vorgaben geregelt.»

*Name geändert

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