Auch Schweiz betroffen: Droht nach Festivalsommer eine Affenpocken-Welle in Europa?
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Auch Schweiz betroffenDroht nach Festivalsommer eine Affenpocken-Welle in Europa?

Derzeit vermelden mehrere Länder in Europa diverse Ansteckungen mit Affenpocken. Experten befürchten, dass die Ausbreitung, die aufgrund der aufgehobenen Corona-Massnahmen schon jetzt ungewöhnlich schnell ist, im Sommer rasant zunehmen könnte.

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In verschiedensten Ländern Europas treten derzeit Fälle von Affenpocken auf.

In verschiedensten Ländern Europas treten derzeit Fälle von Affenpocken auf.

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Laut dem BAG verläuft die Krankheit in der Regel mild.

Laut dem BAG verläuft die Krankheit in der Regel mild.

WHO/Nigeria Centre for Disease Control
Experten befürchten, dass die diversen Open Airs und Feste im Sommer die Ausbreitung beschleunigen könnten. Im Bild das Tomorrowland Festival 2019 in Belgien.

Experten befürchten, dass die diversen Open Airs und Feste im Sommer die Ausbreitung beschleunigen könnten. Im Bild das Tomorrowland Festival 2019 in Belgien.

imago images / Belga

Darum gehts

Das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die Gefahr einer weiteren Verbreitung der Affenpocken bei bevorstehenden Festivals und grossen Partys. «Das Potenzial für eine weitere Übertragung in Europa und anderswo im Sommer ist hoch», heisst es in einer Erklärung des WHO-Regionaldirektors für Europa, Hans Henri Kluge. Festivals und Feiern in den kommenden Monaten böten aber auch die Möglichkeit, um bei jungen, sexuell aktiven und mobilen Menschen das Bewusstsein für die Krankheit zu steigern und das Schutzverhalten zu stärken.

Vier Fälle in der Schweiz

Untersuchungen zu den bisherigen Fällen lassen Kluge zufolge darauf schliessen, dass der Ausbruch in der WHO-Region Europa bereits Mitte April im Gang gewesen sei. Es handle sich um den grössten und geografisch am weitesten verbreiteten Affenpocken-Ausbruch, über den jemals ausserhalb der Endemiegebiete in West- und Zentralafrika berichtet worden sei. Im Zusammenhang mit der Aufhebung von Corona-Massnahmen, die Reisen und Grossveranstaltungen eingeschränkt hatten, sei es zu einer schnellen, verstärkten Übertragung gekommen. Auch wenn viele bisherige Fälle mit sexuellen Aktivitäten in Verbindung stünden, dürfe man nicht vergessen, dass das Virus jeden treffen könne.

Keine umfassenden Massnahmen nötig

Da das Virus sich nicht auf den gleichen Wegen wie Sars-CoV-2 verbreite, seien nach derzeitigen Erkenntnissen keine so umfassenden Massnahmen auf Bevölkerungsebene wie bei Corona nötig, so Kluge. «Aber – und das ist wichtig – wir wissen noch nicht, ob wir seine Ausbreitung vollständig eindämmen können», hiess es. Um dies zu schaffen, müssten Ansteckungen etwa durch klare Kommunikation, Isolierung von Infizierten und effektive Kontaktnachverfolgung reduziert werden. 

Bei Symptomen wie Fieber, Muskelkater, Schwäche oder Hautveränderungen solle man einen Arzt aufsuchen, lauten die Empfehlungen der Schweizer Gesundheitsbehörden. «Die Krankheit verläuft in der Regel mild», schreibt das BAG weiter. In der Schweiz wurden bis zum 31. Mai vier Ansteckungen mit Affenpocken verzeichnet

(DPA/bho)

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