21.06.2020 15:41

Sittertobel St. Gallen

Droht statt dem Open Air eine illegale Party?

Nächstes Wochenende hätte das Open Air St. Gallen stattgefunden. Festivalfans wollen sich von der Absage nicht davon abhalten lassen, am Wochenende im Sittertobel Party zu machen. Erlaubt wäre das nicht.

von
Jil Rietmann
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Nächstes Wochenende wäre das Open Air St. Gallen gestiegen. Wegen Corona musste das Festival, wie viele andere Open Airs auch, abgesagt werden.

Nächstes Wochenende wäre das Open Air St. Gallen gestiegen. Wegen Corona musste das Festival, wie viele andere Open Airs auch, abgesagt werden.

Facebook/OpenAir St. Gallen
Auch das Open Air Frauenfeld findet dieses Jahr nicht statt.

Auch das Open Air Frauenfeld findet dieses Jahr nicht statt.

Facebook/OpenAir Frauenfeld
So wird es heuer im Sittertobel nicht aussehen.

So wird es heuer im Sittertobel nicht aussehen.

Facebook/OpenAir St. Gallen

Darum gehts

  • Nächstes Wochenende hätte das Open Air St. Gallen stattgefunden
  • Das Festival musste wegen der Coronapandemie abgesagt werden
  • Festivalfans wollen eine eigene Party im Sittertobel feiern
  • Veranstaltungen ausserhalb von den Festivaltagen sind verboten
  • Die Polizei will präsent sein und die Augen offen haben

Wie alle grossen Festivals in der Schweiz musste das Openair St. Gallen wegen Covid-19 abgesagt werden. Planungsunsicherheiten und Einschränkungen vom Bund führten dazu. Das zum Leid von vielen Festivalgängern. In St. Gallen scheint es jedoch so, dass sich das Feiern auf dem Festivalgelände im Sittertobel nicht alle nehmen lassen wollen. In den Ausgehlokalen von St. Gallen wird darüber gesprochen, trotzdem am kommenden Wochenende ins Sittertobel zu gehen, um eine eigene Party zu schmeissen. Auch auf Social Media diskutiert man darüber, ob und wie man im Sittertobel feiern kann.

Die Stadtpolizei hat von diesen Ideen bereits Wind gekriegt. Sie macht klar, dass dies es auf dem Areal verboten ist. Gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» sagt Stapo-Mediensprecher Dionys Widmer: «Im Gebiet gilt eine kantonale Schutzverordnung und diese untersagt das Campieren sowie die Durchführung von Veranstaltungen. Die einzige Ausnahme ist das Festival.» Man wolle in den nächsten Tagen verschärft auf das Verbot aufmerksam machen. Sein Kollege Oskar Schmucki führt auf Anfrage von 20 Minuten aus, dass der Pächter des Geländes für eine Veranstaltung seine Erlaubnis geben müsste.

Am Wochenende werden Stadtpolizisten auf dem Areal anwesend sein. Es sei offenbar noch nicht bei allen angekommen, dass dieses Verbot existiert. Von spezifischen Plänen habe die Stadtpolizei aber keine Kenntnis. Für Spaziergänger sei das Sittertobel jedoch frei zugänglich und das Areal werde nicht abgesperrt. Wer sich aber nicht an die Regeln halte, müsse mit einer Busse rechnen. Im schlimmsten Fall kann es laut Schmucki auch zu einer Anzeige kommen.

Party-Idee stösst auf Unverständnis

Ungeachtet der drohenden Konsequenzen wollen einige am Wochenende ins Sittertobel. In einer lokalen Facebookgruppe warf ein User die Frage in die Runde: «Wer geht alles am nächsten Wochenende ins Sittertobel Party machen?» Die Meinungen in den Kommentaren fielen mehrheitlich negativ aus. «Was das für eine bescheuerte Frage», oder dass «das keine gute Idee ist, weil der Bauer dort Landwirtschaft betreibt, und darauf Rücksicht genommen werden sollte», war etwa zu lesen.

Seitens der Verantwortlichen des Open Airs St. Gallen versteht man die Enttäuschung der Fans. Trotzdem appelliere das Team an ihre Fans, dieses Jahr von Zuhause aus zu feiern. Sie haben ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Das bestehe aus verschiedenen Bastelbögen, wie Toilettenbeschriftungen oder «VIP-Bändelchen» und einer Best-of-Playlist. «Wir appellieren wirklich an unsere Fans, dass sie nicht ins Sittertobel pilgern, sondern daheim feiern», so Nora Fuchs, die Mediensprecherin des Open Airs zum «St. Galler Tagblatt». Auch das Festival Team feiere dieses Jahr für einmal zu Hause.

Das war das Best-Of des Open Airs St. Gallen 2019.

20 Minuten

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72 Kommentare
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Gallo Niki

22.06.2020, 12:25

Eigentlich arme Typen, die nicht einmal verzichten können. Sie haben halt nicht anderes zu tun. So ideenlos sind die Leute heute.

Mehr Solidarität

21.06.2020, 19:13

Traurig, die einen halten sich an die Regeln und helfen mit, dass wir alle mehr Freiheiten haben. Die anderen "demonstrieren" und feiern und helfen mit, dass wir alle bald wieder weniger Freiheiten haben.

Herr Bräutigam

21.06.2020, 18:57

Die brauchen dann aber eine Spital-betten und einen Arzt!