Drohungen gegen Journalisten in China
Aktualisiert

Drohungen gegen Journalisten in China

Journalisten ausländischer Medien in China sehen sich mit einer wachsenden Flut von Drohungen und Einschüchterungen konfrontiert. Bei Reportern des Fernsehsenders CNN, der Zeitungen «The Wall Street Journal» und «USA Today» sowie der Nachrichtenagentur AP gingen zahlreiche Telefonanrufe und E-Mails mit Beleidigungen ein.

Die Absender geben sich als einfache Bürger aus, die sich gegen die Berichterstattung über die antichinesischen Proteste in Tibet wenden. Die Zahl der Anrufe und E-Mails nahm erheblich zu, nachdem auf mehreren Webseiten die Kontaktdaten ausländischer Reporter veröffentlicht worden waren.

«Das chinesische Volk heisst euch hechelnde Hunde aus Amerika nicht willkommen», hiess es in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP. «Eure Berichte verdrehen die Tatsachen und werden den Fluch des Himmels auf sich ziehen.» In einer SMS wurde gedroht: «Eines Tages werde ich dich töten.»

Eine Sprecherin des Aussenministeriums erklärte, die Behörde habe keine persönlichen Daten von Journalisten weitergegeben. «Die chinesische Regierung möchte weiterhin die Rechte und Interessen der ausländischen Journalisten entsprechend der Gesetze schützen», sagte die Sprecherin Jiang Yu während der regelmässigen Pressekonferenz des Ministeriums. Zu den Olympischen Spielen in Peking erwartet China in vier Monaten rund 30.000 Journalisten aus aller Welt, denen ein offenes und modernes Land präsentiert werden soll.

Die Vereinigung der Auslandskorrespondenten in China rief ihre Mitglieder auf, mehr als bisher auf ihre Sicherheit zu achten. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in New York rief China dazu auf, die Kampagne gegen ausländische Reporter einzustellen. «Diese Art von Drohungen vergiftet die Atmosphäre der Olympischen Spiele in Peking», erklärte die Organisation. (dapd)

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