Drohungen gegen Olympia-Besucher
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Drohungen gegen Olympia-Besucher

Die linksextreme griechische Organisation «Revolutionärer Kampf» hat die Besucher der Olympischen Spiele vor Reisen nach Athen gewarnt.

Zugleich bekannte sie sich zu einem Sprengstoffanschlag in Athen vor gut einer Woche. Die Gruppe erklärte am Donnerstag in der griechischen Wochenzeitung «Pontiki», Regierungsvertreter, Funktionäre und «reiche westliche Touristen», die die griechische Hauptstadt im August besuchten, seien «unerwünscht».

Krieg statt Feier

Die Organisation erklärte weiter, bei den Olympischen Spielen handle es sich «nicht um eine Feier, wie die Organisatoren gerne sagen, sondern um einen Krieg».

Dies sei daraus ersichtlich, dass Griechenland für die Spiele «in eine Festung verwandelt» werde, die Regierung sich von der NATO unterstützen lasse und Geheimdienstagenten aus dem Ausland im Einsatz seien.

Athen hatte nach den Anschlägen von Madrid am 11. März Hilfe von der NATO angefordert. Unter anderem beraten die Vereinigten Staaten, Grossbritannien und Israel das Austragungsland in Sicherheitsfragen.

Regierungssprecher Theodoros Roussopoulos sagte in Athen, die Regierung sei wegen der Drohung «nicht beunruhigt». Es gebe einen Sicherheitsplan, der während der Spiele vom 13. bis 29. August angewendet werde. Dann sollen rund 70 000 Sicherheitskräfte für Sicherheit sorgen - 20 000 mehr als ursprünglich angegeben.

Die Gruppe «Revolutionärer Kampf» bekannte sich zu einem Anschlag vom 5. Mai. Dabei waren vor dem Polizeikommissariat des Athener Stadtteils Kallithea drei Dynamit-Sprengsätze explodiert, die allerdings keinen grösseren Schäden anrichteten.

Das Attentat ereignete sich genau 100 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele. Regierung und Behörden hatten damals jeden Zusammenhang mit Olympia ausgeschlossen.

Zwei Explosionen

Am Donnerstagmorgen explodierten vor einem Geldautomaten in der Ortschaft Voula 25 Kilometer südöstlich von Athen nach Polizeiangaben zwei Sprengsätze aus Campinggaspatronen. Die Bank gehört zu den Sponsoren der in drei Monaten beginnenden Olympischen Spiele.

Vor der gegenüberliegenden Niederlassung einer britischen Bank wurde ein selbstgebauter Brandsatz entdeckt und entschärft. Griechische Linksextremisten und Anarchisten benutzen häufig Campinggaskartuschen für Anschläge.

(sda)

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