Fall Wallisellen: Drückten die «Täter» in Panik aufs Gaspedal?
Aktualisiert

Fall WallisellenDrückten die «Täter» in Panik aufs Gaspedal?

Wende im Fall der überfahrenen Clubbesucher: Anscheinend sind die Lenker in Panik vor dem gewalttätigen Nigerianer geflüchtet. Dieser hat offenbar eine unrühmliche Vorgeschichte.

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Die Tat schockierte vergangenen Donnerstag Zürich: Drei Franzosen und ein Portugiese hätten nach einem Streit in einer Diskothek mit zwei Autos einen Nigerianer und einen Kameruner absichtlich überfahren.

Clubmanager Jerôme Bischof hat seit der angeblichen Amokfahrt mit allen beteiligen Mitarbeitern und Sicherheitsleuten des Clubs «Indigo» gesprochen. Für ihn hat sich das Blatt gewendet: Man könne davon ausgehen, dass die Franzosen die beiden Opfer nicht vorsätzlich überfahren haben. «Die Franzosen hatten panische Angst von dem Nigerianer», sagt Bischof zu 20 Minuten Online. Die Franzosen seien zuvor von dem Nigerianer geschlagen und verletzt worden.

Der «Tages-Anzeiger» schreibt, dass der Nigerianer den 30-jährigen Franzosen im Mini Cooper 100 Meter vom Club entfernt aufgehalten habe. Der Franzose habe befürchtet, vom kräftigen Nigerianer aus dem Auto herausgezerrt und erneut verprügelt zu werden. Aus Angst und Panik habe er dann Gas gegeben und den Nigerianer umgefahren. Staatsanwalt Markus Oertle wollte sich zum Grund der Autoattacke nicht äussern. Nur so viel: «Die zwei Männer sind nicht geständig», sagt er zum Tagi.

Als Disco-Schläger bekannt

Die Angst der Franzosen kam nicht von ungefähr. «Der Nigerianer war sehr aggressiv, ist völlig ausgetickt. Er ist sogar mit einer Champagnerflasche auf unsere Security losgegangen», schildert Bischof die Szenen vor der Auto-Attacke. Über das Wochenende hat sich Bischof bei einigen Zürcher Clubbesitzern über die Vorgeschichte des Nigerianers umgehört. Offenbar hat dieser immer wieder für Ärger gesorgt: «Es heisst, er sei im Ausgang 'wie eine Waffe' und sei jedes Wochenende in eine Schlägerei verwickelt gewesen.»

Der Nigerianer hat das Spital bereits am Freitag verlassen können. Der Kameruner liegt auch sechs Tage nach dem Vorfall weiter im künstlichen Koma.

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