«Joker»: Dschihad-Hacker: Zu teuer für die Schweiz
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«Joker»Dschihad-Hacker: Zu teuer für die Schweiz

Der Super-Hacker «Joker» lässt seit Monaten islamistische Websites abstürzen. Doch für den Schweizer Geheimdienst, dem Dschihadisten-Jäger fehlen, wäre der Spezialist nicht bezahlbar.

von
daw

Vom Cyber-Krieger mit dem Decknamen «Joker» weiss man nur, dass er ein Ex-Militär ist. Seit einem halben Jahr bekämpft er den Online-Dschihadismus – aus Eigenantrieb. Zu seinen Opfern zählen die afghanischen Taliban oder der libysche Staatschef Muammar Gaddafi. Dessen Website legte er lahm, nachdem der Diktator zum Dschihad gegen die Schweiz aufgerufen hatte. Gegenüber der Zeitung «Die Welt» sprach der «Joker» über seine Motive: «Ich will die Aktivitäten der Dschihadisten stören. Sie haben begriffen, dass sie sogenannte ‹Home-grown-Terroristen› komplett über das Internet rekrutieren, ausbilden und steuern können», so der Hacker. Durch seine Angriffe würden die Websites weniger vertrauenswürdig. Damit sinke die Zahl der potenziellen Gotteskrieger.

Die Gefahren des Online-Dschihadismus hat auch der Schweizer Nachrichtendienst erkannt: Er will 15 Spezialisten zur Bekämpfung der Gotteskrieger im Internet anstellen. Gemäss Sicherheitspolitiker Jakob Büchler (CVP) könnte man dem «Joker» also durchaus ein Angebot machen: «Offenbar versteht er sein Handwerk.» Es brauche nun absolute Profis, die auch Arabisch könnten, so der Nationalrat. «Keine Chance», sagt dazu der deutsche Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom: «Solche Leute lassen sich nicht von Geheimdiensten anstellen.» Dafür seien die Löhne viel zu tief. «Die Schweiz könnte die Talente des ‹Jokers› aber wohl trotzdem nutzen – temporär und auf kostspieliger Honorarbasis.» (daw/20 Minuten)

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