Arbon TG – Jihadist erhält unbefristetes Einreiseverbot
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Arbon TGJihadist erhält unbefristetes Einreiseverbot

Der als «Arboner Jihadist» bekannte Alperen A. (28) wird auf legalem Weg nicht mehr in die Schweiz und den Schengenraum einreisen können.

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Alperen A.* bei einer Koran-Verteilaktion von «Lies!». 

Alperen A.* bei einer Koran-Verteilaktion von «Lies!».

Screenshot SRF
In diesem Block in Arbon TG wohnte Alperen A. bis im Herbst 2014. 

In diesem Block in Arbon TG wohnte Alperen A. bis im Herbst 2014.

20 Minuten/Jeroen Heijers
Die Wohnung wurde von der Polizei durchsucht. An der Tür sind noch Überreste des Polizeisiegels erkennbar.

Die Wohnung wurde von der Polizei durchsucht. An der Tür sind noch Überreste des Polizeisiegels erkennbar.

20 Minuten/Jeroen Heijers

Darum gehts

  • Der Arboner Alperen A.* reist 2014 von Arbon TG aus nach Syrien in den Jihad.

  • Das Staatssekretariat für Migration SEM entschied, dem 28-Jährigen die Staatsbürgerschaft zu entziehen.

  • Nun wird auch ein Einreiseverbot erlassen.

Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass Alperen A.* aus Arbon sein Schweizer Pass und sein Bürgerrecht entzogen werden. Nun berichtet das «Tagblatt», dass Alperen A. des Landes verwiesen wird und er ein unbefristetes Einreiseverbot für die Schweiz sowie den ganzen Schengenraum erhält. Ende Jahr hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) eine entsprechende Verfügung publiziert. Alperen A. wurde 1998 als Vierjähriger eingebürgert und war danach schweizerisch-türkischer Doppelbürger, bis ihm 2021 das Schweizer Bürgerrecht entzogen wurde. Alperen wuchs in Arbon TG auf, wo er als gut integriert galt. Er absolvierte eine Lehre und engagiert sich auch in Vereinen. Doch irgendwann radikalisierte sich der junge Mann und wird zum muslimischen Missionar für «Lies!», eine Organisation, die an Standaktionen Korane verteilte.

Schwangere Frau reiste ihm nach

2014 reiste Alperen nach Syrien in den Jihad. Später folgte ihm seine damals schwangere Ehefrau. Sie soll vorgehabt haben, ihren Mann zur Rückkehr zu überzeugen. Jedoch ohne Erfolg. Gegen ihren Willen musste die Deutsche ihre Tochter im Krisengebiet zur Welt bringen und konnte Syrien vorerst nicht verlassen. Im April 2015 liess Alperen seine Frau und das Kind im syrisch-türkischen Grenzgebiet frei. Alperen wurde später in der Türkei verhaftet. Wo er sich derzeit befindet, ist unklar.

* Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(jeb)

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