Kampf gegen Regierung: Dschihadisten strömen nach Mali
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Kampf gegen RegierungDschihadisten strömen nach Mali

Zur Unterstützung der islamistischen Milizen im Norden Malis sind aus dem Ausland hunderte Kämpfer eingetroffen. Zuvor hatte die UNO einen Truppen-Einsatz in der Region bewilligt.

In Mali haben Islamisten den Norden des Landes eingenommen.

In Mali haben Islamisten den Norden des Landes eingenommen.

Angesichts einer geplanten Militärintervention sind im Norden Malis hunderte Dschihadisten zur Verteidigung des von islamistischen Milizen kontrollierten Gebiets eingetroffen. Dies berichteten übereinstimmend Sicherheitskräfte und Rebellen- Kommandanten.

Die am Wochenende eingereisten Kämpfer stammen nach Berichten aus Sicherheitskreisen teilweise aus dem Sudan und aus dem von Marokko beanspruchten Gebiet Westsahara.

Ein Bewohner der Stadt Timbuktu sagte am Sonntag, in den vergangenen 48 Stunden seien mindestens 150 islamistische Kämpfer aus dem Sudan eingetroffen.

Eine andere Quelle, die einer Nichtregierungsorganisation nahesteht, bestätigte das Eintreffen der Sudanesen in Timbuktu und Umgebung. Es seien aber auch Islamisten «anderer Nationalität» unter ihnen. Auch aus der Stadt Gao berichteten Augenzeugen über die Anreise von Kämpfern.

Merkel: Hilfe aus EU denkbar

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich bietet Mali logistische Unterstützung für die malische Armee an, wie der Sondergesandte für die Sahelzone, Jean Félix-Paganon, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Frankreich will demnach auch Ausbildner nach Mali entsenden.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrerseits zeigte sich grundsätzlich offen für eine europäische Ausbildungsmission in Mali sowie materielle und logistische Hilfe.

Eine Ausbildungsmission der EU in dem westafrikanischen Land «wäre denkbar», sagte die Kanzlerin am Montag bei einer Bundeswehr- Konferenz. Deutschland sei bereit, sich an einem solchen Einsatz unter Umständen zu beteiligen.

Zur Begründung sagte Merkel, freiheitlich-demokratische Staaten könnten nicht akzeptieren, dass sich der internationale Terrorismus im Norden Malis ein Rückzugsgebiet erschlossen habe.

Vergangene Woche hatte der UNO-Sicherheitsrat auf Bitten Malis den Einsatz einer 3000 Soldaten starken Truppe aus den Mitgliedsstaaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) grundsätzlich gebilligt. Diese soll im Norden des Landes gegen die islamistische Milizen vorgehen, die dort im Frühjahr die Macht übernommen hatten. (sda)

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