Aktualisiert 11.03.2014 17:26

Saftige WiesenDschingis Khan bekam Hilfe vom Wettergott

Dschingis Khan eroberte Anfang des letzten Jahrtausends weite Teile Zentralasiens und Nordchinas. Dabei erhielt er Unterstützung der besonderen Art.

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Die Erfolge von Dschingis Khan sind bekannt — auch wegen des gigantischen Reiter-Standbilds, das nahe der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator errichtet wurde.

Die Erfolge von Dschingis Khan sind bekannt — auch wegen des gigantischen Reiter-Standbilds, das nahe der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator errichtet wurde.

Der legendäre Mongolenführer Dschingis Khan hat sein Weltreich möglicherweise nicht nur mithilfe von Manpower, sondern auch dank einer ungewöhnlich warmen und regenreichen Klimaphase erobern können. Das haben US-Forscher um Neil Pederson vom Earth Institute der Columbia Universität im US-Bundesstaat New York herausgefunden.

Frühere Annahmen widerlegt

Das Team untersuchte Jahresringe Sibirischer Zirbelkiefern (Pinus Sibiricau) in der Mongolei. Ihr Ergebnis: Zu Dschingis Khans Zeiten — etwa 1162 bis 1227 — liess das feuchte, milde Wetter das Weideland kräftig spriessen. Davon hätten Pferde und Vieh und somit die Reiterarmeen profitiert, schreiben die Forscher. Ihre Kollegen waren bislang davon ausgegangen, dass eine Dürre in der Mongolei die Reiterarmeen angetrieben hatte.

Die Untersuchung der Jahresringe lasse gemäss der New Yorker Aussagen über das mongolische Klima im Zeitraum von 900 bis 2011 zu. Die regenreichste Phase war demnach zwischen 1211 und 1225 — also zu Zeiten Dschingis Khans, der von etwa 1162 bis 1227 lebte. Der Herrscher der Mongolen eroberte mit seinen Reiterarmeen ein Weltreich von Ostasien bis Mitteleuropa.

Klima machte Mongolen mächtig

Wo es normalerweise eher kalt und trocken sei, führe mildes, feuchtes Klima zu ungewöhnlichem Pflanzenwachstum. «Vor den fossilen Brennstoffen waren Gras und Einfallsreichtum der Treibstoff der Mongolen und der Kulturen um sie herum», erläuterte Pederson. Die Klimaänderungen im 13. Jahrhundert hätten dazu beigetragen, dass die Mongolen immer mächtiger wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin «Proceedings of the National Academy of Sciences» publiziert.

Weiter konnten die Forscher zeigen, dass sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts das Gebiet der Mongolei stark erwärmt hat. Die Dürre von 2000 bis 2009 sei eine der schwersten in mehr als 1000 Jahren gewesen. Millionen Tiere seien in Zentralasien gestorben. Das habe die Lebensgrundlage zahlloser Hirten zerstört; viele von ihnen seien daher in die Hauptstadt Ulan Bator gezogen. Der Klimawandel könnte die Menschen im Steppenland künftig bedrohen, fürchten die Experten.

Die Forscher erklären ihre Arbeit. (Video: Columbia University) (fee/sda)

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