DSDS: Jugendschutz ermittelt gegen RTL

Aktualisiert

DSDS: Jugendschutz ermittelt gegen RTL

Nach dem Zusammenbruch eines 17-jährigen Schülers bei «Deutschland sucht den Superstar» ist nicht nur einigen Fernsehzuschauern das Lachen im Hals stecken geblieben.

«Ich glaub', wenn du in die Berge gehst und rufst, kommt da kein Echo zurück». Diese Kritik von Dieter Bohlen war zu viel für den 17-jährigen Raymund R. Er begann vor der Jury der dritten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» zu hyperventilieren und brach total zusammen. (20minuten.ch berichtete)

Genau wegen der «hämischen Inszenierung» (Spruchband: «Bohlen unzensiert») von weniger begabten Casting-Teilnehmern ermittelt jetzt die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), wie Spiegel.de berichtet. Nach Auffassung von Wolf-Dieter Ring, Vorsitzender der KJM, stelle die Jury öffentlich Menschen bloss und könne damit zuschauende Kinder beeinträchtigen. Im Fall von Raymund R. kritisiert Ring, dass die Schuld für den Zusammenbruch dem Vater des 17-jährigen zugeschoben wurde. «Das finde ich verlogen und scheinheilig, nachdem RTL die Kandidaten aussucht», sagte er.

Die KJM prüft nun die Wirkung der Show auf Kinder und Jugendliche. Das Ziel des Fernsehens müsse sein, Kinder in ihrer Entwicklung zu «gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten» nicht zu behindern, so Ring. Die Jury, bestehend aus Dieter Bohlen, Anja Lukaseder und Andreas Läsker, stellen laut Ring die brutale Selektion als gesellschaftlich erwünscht dar, was er problematisch findet.

Schon vor einem Jahr wurde RTL wegen DSDS von der KJM zum Gespräch zitiert. Es habe sich aber dem ersten Eindruck nach nichts verändert, sagt Ring. Falls die KJM eine Verfehlung festellen sollte, droht RTL ein Bussgeld.

Deine Meinung