«DSDS»: Skandälchen und gewinnende Verlierer
Aktualisiert

«DSDS»: Skandälchen und gewinnende Verlierer

Aus einen Spassauftritt auf Mallorca von «Deutschland sucht den Superstar» ist ein bayrisches Skandälchen geworden. Und: Die Casting-Verlierer sind heimliche Gewinner.

Werden die Letzten die Ersten sein? Im Gegensatz zu manchem «DSDS»-Finalisten geht es denjenigen Kandidaten, die quasi sang- und klanglos aus dem Wettbewerb ausgeschieden sind, finanziell einigermassen gut. Was ihnen an Talent fehlt, macht offenbar der «Kultfaktor» wieder wett. Unrühmliche Kandidaten wie Dauerbewerber Menderes oder Segelohren-Mario tingeln über die Dörfer und machen dabei ihren Schnitt.

Bis zu 8000 Franken monatlich

Erinnern Sie sich vielleicht an den peinlichen Auftritt der verrückten Johanna? Die 43-Jährige trällerte «Ich hab' die Haare schön» und lüftete dabei ihr Oberteil. Jetzt bestreitet sie mit Menderes Shows in deutschen Discotheken, wo sie immer wieder «ihren» Song anbringt. Ihr 23-Jähriger Partner singt seine schiefe Version von «Billy Jean» und die 800 Besucher eines Tanztempels bei Hamburg flippen aus. Zwei Stunden müssen beide danach Autogramme schreiben, staunt auch das deutsche Boulevardblatt «Bild».

Nach Abzug aller Spesen bleiben beiden jeweils 800 Franken Gage. Bei zehn Auftritten im Monat kommen 8000 Stutz zusammen. «DSDS»-Verlierer Mario hat sogar einen eigenen Manager. Laut «Bild» ist er jedes Wochenende ausgebucht und kassiert pro Auftritt knapp 500 Franken. In derselben Preisklasse kämpft Ex-Kandidat Cosimo, der auf der Bühne ein Spiderman-Kostüm trägt.

Strip-Einlage beim Kinderlied

Aufregung gab es um eine Darbietung zweier «Männer» auf Mallorca, die im Laufe ihrres Auftritts ihre T-Shirts und damit ein Geheimnis lüfteten: Das Duo ist ganz augenscheinlich weiblich. Ein Skandälchen um blanke Brüste also? So einfach ist es nicht: Das Lied zur Aktion («So ein schöner Tag») stammt von der bayrischen Kindermusik-Band «Donikkl und die Weisswürschtl».

Die sind jetzt ganz schön sauer, weil Kinder bei dem Mitmach-Lied nun reihenweise während des Stückes ihre T-Shirts hochziehen: «Die Kinder spielten die kleine Strip-Einlage offenbar arglos nach», empört sich die «Mittelbayrische Zeitung». Der «extrem peinliche Auftritt» wird auch dem TV-Sender «RTL» angelastet. Bandmitglieder monierten, dass die Szene «nach der Quotenstrategie Sex sells» ausgewählt wurde. Rechtliche Schritte würden aber weder gegen die Kölner Fernsehmacher noch gegen die beiden Kandidaten Andrea und Anita eingeleitet. Übrigens: Die Brüste beeindruckten Bohlen nicht. «Haben sie euch Helium in den Kopf geblasen, dass ihr aufrecht gehen könnt?»

Heute um 20.15 Uhr strahlt «RTL» die nächsten «DSDS»-Castingbilder aus.

Deine Meinung