Seltene Krankheit: «Du bist noch immer schön!»
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Seltene Krankheit«Du bist noch immer schön!»

Der «Bubble Man» aus Indonesien hielt sich jahrelang im Verborgenen, um niemanden zu erschrecken. Sein Körper ist von Tumoren überwachsen, doch seine Frau weicht seit 33 Jahren nicht von seiner Seite.

von
fvo

(Quelle: Youtube/<a href="http://www.youtube.com/watch?v=aRzUXk2xaNc" target="_blank">igetwebpussy</a>)

Im November 2011 entschloss sich Chandra Wisnu, sein Gesicht der Öffentlichkeit zu zeigen. Es ist wie der Rest seines Körpers komplett mit kleinen und grossen gutartigen Tumoren übersät. Nach Heilung hat der Indonesier bisher vergebens gesucht. Die Ärzte sagten ihm, die Krankheit sei wahrscheinlich genetisch bedingt und werde von einer Anomalie des Nervensystems verursacht, schreibt die «Huffington Post». Doch kein Dermatologe wusste Rat, keine der verschriebenen Salben half. Wisnus Familie gingen Hoffnung und Geld für Behandlungen aus, und der heute 57-Jährige musste als junger, frisch verheirateter Mann lernen, mit seinem entstellten Äusseren zu leben. Das tat er - allerdings nur im Verborgenen.

Nachdem seine beiden ältesten Kinder Martin (32) und Lis (26) auch erste Knoten am Rücken entdeckten, zog Wisnu seine Schutzbekleidung aus. Drei Jacken, eine Sonnenbrille und eine Mütze, die nur die Augenpartie freilässt, hatten ihn in den seltenen Momenten ausser Haus vor den erschrockenen, verängstigten oder angewiderten Blicken der Leute geschützt. Durch die Aufmerksamkeit erhofft sich Wisnu jedoch nun Rettung für seine Kinder. Am 20. Juni 2012 zeigt ein Dokumentarfilm auf dem US-Sender TLC die Leiden des «Bubble Man», wie er genannt wird.

Ehefrau hält immer zu ihm

Die ersten Anzeichen der Krankheit erschienen, als Wisnu 19 Jahr alt war. Mit 24 hatten sich die Tumore über seinen Rücken ausgebreitet und mit 32 bedeckten sie seinen ganzen Körper. Vor der Reaktion seiner Frau auf die drastische körperliche Veränderung hatte Wisnu Angst gehabt. Am Anfang der Krankheit sagte der Indonesier zu Nanik Tri Haryani, sie solle ihn verlassen und nie mehr zurückkommen, schreibt das Australische Portal «News.com.au». Doch das kam für sie nicht in Frage. Auch nach 33 Jahren und vier Kindern bleibt sie bei ihm. «Du bist noch immer schön», sagt sie an einer Stelle des Dokumentarfilmes.

«Zu sehen, wie er mit seinem veränderten Äusseren weitermachte, war für mich ein Zeichen grosser Stärke», erklärt Haryani. Andere Leute erschrecken allerdings vor der Erscheinung des «Blasenmannes». Zwar mache sich niemand direkt lustig über ihn, aber die Leute starren ihn an oder vermeiden ihn, erzählt Wisnu gegenüber «The Sun». Das mache ihn traurig und wütend. Doch das ist nicht alles. Die Geschwülste jucken und schmerzen bei heissem Wetter. Der «Bubble Man» befürchtet, dass seinen Kindern dasselbe Schicksal droht wie ihm. Vielleicht, so hofft er, werden sie durch die Bekanntmachung seiner Geschichte ein Medikament oder eine Behandlung erhalten, die hilft, und für die der Familie das Geld fehlt.

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