Waadt: «Du musst den Tschador tragen, sonst töte ich dich»

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Waadt«Du musst den Tschador tragen, sonst töte ich dich»

Ein 30-jähriger Afghane wurde verurteilt, weil er seiner ehemaligen Freundin gedroht hatte, sie umzubringen. Er hatte es nicht ertragen, dass sie die Beziehung zu ihm beendete.

von
Reto Bollmann
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Im Kanton Waadt ist ein 30-Jähriger wegen Drohung und Nötigung verurteilt worden.

Im Kanton Waadt ist ein 30-Jähriger wegen Drohung und Nötigung verurteilt worden.

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Unter anderem, weil ihm die Kleidung seiner Freundin nicht passte, bedrohte er diese mit dem Tod. (Symbolbild)

Unter anderem, weil ihm die Kleidung seiner Freundin nicht passte, bedrohte er diese mit dem Tod. (Symbolbild)

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Nach einer Anzeige wurde der Mann der Drohung und der versuchten Nötigung für schuldig befunden.

Nach einer Anzeige wurde der Mann der Drohung und der versuchten Nötigung für schuldig befunden.

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Darum gehts

  • Ein junger Mann kam nicht damit klar, dass seine Freundin die Beziehung beendete.

  • Mehrfach bedrohte er seine Ex-Freundin, welche ihn deswegen anzeigte.

  • Wegen Drohung und Nötigung wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Eine junge Frau mit Wohnsitz im Kanton Waadt beendete im Januar ihre Beziehung zu einem 30-jährigen Afghanen. Der junge Mann verkraftete diese Trennung, die ihm telefonisch mitgeteilt wurde, überhaupt nicht. Er hatte keine andere Frau in seinem Leben vorgesehen: «Ich bringe dich um und heirate deine Leiche, wenn es sein muss», drohte er, um sie davon abzubringen, ihn zu verlassen.

Eine weitere Drohung sprach der Afghane im Herbst 2021 auf dem Gelände der afghanischen Botschaft in Genf aus, wie 20minutes berichtet. Dem 30-Jährigen gefiel die Kleidung seiner Freundin nicht. «Du musst den Tschador tragen. Du musst dich mir unterwerfen, sonst bringe ich dich um und niemand wird mich erwischen», hatte er an die Frau gerichtet, die zu dieser Zeit seine Freundin war.

Die junge Frau erstattete schliesslich Anzeige gegen den Afghanen. Dieser wurde nun der Drohung und der versuchten Nötigung für schuldig befunden und per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, und einer Geldstrafe von 1000 Franken verurteilt. Zudem muss er auch die auf 960 Franken festgesetzten Verfahrenskosten tragen. 

Burka, Niqab, Tschador, Hidschab

Viele gläubige muslimische Frauen sehen es als eine religiöse Pflicht an, Tuch zu tragen. Es gibt im Islam jedoch viele verschiedene Formen der Verhüllung.

Die Burka ist keine traditionelle islamische Bekleidung und eine Art Überwurf, der nur ein engmaschiges Gitter für die Augen freilässt. Als die Taliban das erste Mal in Afghanistan regierten, zwangen sie die Frauen, die Burka in der Öffentlichkeit zu tragen.

Oft werden Burka und Niqab verwechselt. Letzterer verschleiert ebenfalls das Gesicht, doch bleibt ein Sehschlitz frei. Er wird in der Regel mit einem langen Gewand kombiniert.

Beim Tschador, der vor allem im Iran getragen wird, bleibt das Gesicht frei. Der dunkle, bodenlange Umhang verhüllt jedoch den ganzen Körper.

Der Hidschab schliesslich ist ein Kopftuch, das sehr unterschiedlich getragen werden kann. Mal locker und leger, mal eng um den Kopf gebunden.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert? 

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann 

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