Magnin zu Frey: «Du musst mir zeigen, dass ich ein Idiot bin»
Aktualisiert

Magnin zu Frey«Du musst mir zeigen, dass ich ein Idiot bin»

Michael Frey erzielte einen Hattrick beim 3:3 gegen Sion. Offen ist, ob den Berner YBs Meistertitel oder doch eher Ludovic Magnin heiss gemacht hat.

von
Eva Tedesco

FCZ-Trainer Ludovic Magnin machte Michael Frey vor dem Sion-Spiel heiss. (Video: 20 Minuten)

Michael Frey stürmte über die Bande, riss sich das Leibchen von der Brust. Er stiess seinen Mitspieler weg, riss sich auch noch den Sport-BH mit dem GPS-Sender herunter. In diesem Moment brach unheimlich viel Frust aus dem FCZ-Stürmer heraus. Dann suchte er sich die nächste Kamera und deutete mit einer Geste in Richtung Trainerbank an: Klappe halten. War die Geste gar gegen den Trainer gerichtet?

Vor zwei Wochen steckte Ludovic Magnin die Fronten klar ab, suspendierte den Stürmer für ein Spiel, nachdem der sich im Training ein Wortgefecht mit einem Mitspieler geleistet haben soll. «Ich setze breite Leitplanken», sagte der FCZ-Trainer damals dazu, «wenn einer diese berührt, kann auch ich konsequent sein.» Magnin gab Frey für das Spiel gegen YB eine Denkpause, strich seinen Stürmer aus dem Kader. Ausgerechnet den Berner in Bern, der Gelb-Schwarz in seinem Herzen hat, aber Blau-Weiss trägt.

Mit Wut im Bauch nach der Kabinen-Kritik

Danach wurde Frey auch noch krank, lag mit 39 Grad Fieber im Bett. Am Sonntag schoss sich der 23-Jährige den ganzen Frust von der Seele und erzielte innert 14 Minuten einen Hattrick und drehte im Alleingang einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung. Es waren seine ersten Tore seit genau fünf Monaten. Zuletzt hatte er im Cup-Viertelfinal gegen Thun (4:3) geskort.

«Es war nötig, denn ich habe schon lange nicht mehr getroffen», sagt Frey nach seinem Hattrick. Und zum Frust-Jubel? «Vielleicht war das nicht unbedingt nötig, aber es ist ja nicht schlimm gewesen.» In der Pause hatte Magnin seinen FCZ kritisiert. Auch Frey. Es war eine lahme Leistung der Zürcher. «Nach der ersten Halbzeit hätte es wohl nicht viele Menschen gegeben, die auch nur 50 Rappen auf uns gesetzt hätten, aber die Moral, die meine Mannschaft in der zweiten Hälfte gezeigt hat, war schon beeindruckend.» Vor allem auch die Antwort von Frey auf die Kritik in der Pause.

«Der Jubel war wahrscheinlich unnötig»

Nach seinem 3. Tor gegen Sion brach der ganze Frust aus dem FCZ-Stürmer heraus. Michael Frey: «Der Jubel war wahrscheinlich unnötig». (Video: 20 Minuten)

Dreifach-Torschütze Michael Frey zu seiner Torflaute und seinem Frust-Torjubel. (Video: 20 Minuten)

Wie unter Männern geklärt

Zum Thema Frey sagt der Romand: «Diese Geschichte ist für die Zuschauer schön, für die Presse noch schöner und auch für den Trainer ist sie irgendwie schön. Man klärt etwas wie Männer oder Erwachsene und keiner ist nachtragend.» Die Geste in Richtung Trainerbank nahm der FCZ-Trainer nicht persönlich.

«Ich habe ihm gesagt, wenn er die Chance erhält zu spielen, kann er mir zeigen, dass ich ein Idiot bin. Ich war selber Spieler. Wenn ich auf die Tribüne oder die Bank musste, wollte ich danach dem Trainer auch beweisen, dass er einen Fehler gemacht hat. Michi hat drei Tore geschossen, das ist für mich eine gute Bewerbung für das nächste Spiel», sagt Magnin.

Zwischen ihm und Frey sei alles klar. «Wir hatten ein gutes Gespräch unter der Woche, und wir sind ja schliesslich erwachsen. Aber er kann das noch öfter machen», so Magnin mit einem Grinsen, «wenn er in jedem Spiel drei Tore macht.»

Sion und der FCZ trennen sich 3:3

Trotz einer 2:0-Führung nimmt Sion gegen den FCZ nur einen Punkt mit. Trainer Maurizio Jacobacci und Goalie Kevin Fickentscher nach dem Remis im Letzigrund. (Video: 20 Minuten)

Sion-Trainer Maurizio Jacobacci und Goalie Kevin Fickentscher nach dem 3:3 im Letzigrund. (Video: 20 Minuten)

Das Spektakel ging neben dem Rasen weiter Maurizio Jacobacci kam ziemlich geladen an die Medienkonferenz. «Ich muss mich im Zaum halten. In mir brodelt es», sagte der Sion-Trainer. «Wenn man in Zürich 2:0 führt und alles in den eigenen Füssen hat und dann mit beiden Händen wegwirft, find ich das gelinde gesagt Schade.» Man habe eine grosse Chance vertan, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. «Der FCZ war nicht gefährlich, ausser bei Geschenken von uns.» Neben Jacobacci sass Ludovic Magnin. Bei den Worten seines Kollegen war es nun am ihm, sich im Zaum zu halten. «Das erste Geschenk haben wohl wir nach 30 Minuten (Platzverweis Thelander, Anmerk. d. Red) gemacht. Meine Mannschaft hat Moral gezeigt und ich finde es nicht gut, das schlecht zu reden. Moral, Emotionen, Spektakel – da war heute alles dabei.» Am Ende trennten sich die Trainer – wie auf dem Rasen – unentschieden. (ete)

Das Spektakel ging neben dem Rasen weiter Maurizio Jacobacci kam ziemlich geladen an die Medienkonferenz. «Ich muss mich im Zaum halten. In mir brodelt es», sagte der Sion-Trainer. «Wenn man in Zürich 2:0 führt und alles in den eigenen Füssen hat und dann mit beiden Händen wegwirft, find ich das gelinde gesagt Schade.» Man habe eine grosse Chance vertan, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. «Der FCZ war nicht gefährlich, ausser bei Geschenken von uns.» Neben Jacobacci sass Ludovic Magnin. Bei den Worten seines Kollegen war es nun am ihm, sich im Zaum zu halten. «Das erste Geschenk haben wohl wir nach 30 Minuten (Platzverweis Thelander, Anmerk. d. Red) gemacht. Meine Mannschaft hat Moral gezeigt und ich finde es nicht gut, das schlecht zu reden. Moral, Emotionen, Spektakel – da war heute alles dabei.» Am Ende trennten sich die Trainer – wie auf dem Rasen – unentschieden. (ete)

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