Aktualisiert 19.10.2011 20:57

Familiensache

Du Schlange!

Nina Burri verbiegt sich für Geld. Ihre Schwester Claudia ist dagegen froh, muss sie sich an ihrer Seite nie verstellen.

«Wir haben uns immer super ergänzt»: Nina über sich und Claudia (l.).

«Wir haben uns immer super ergänzt»: Nina über sich und Claudia (l.).

Claudia, 37, analytisch

«Als Nina bei ‹Die grössten Schweizer Talente› war, habe ich vor lauter Nervosität eine Woche lang nicht geschlafen. Und dermassen viel Kaffee getrunken, dass ich am Schluss eine Magenschleimhautentzündung hatte. Ich war immer auf Ninas Seite: Als sie mit 16 das Gymi abbrechen und in die Ballettschule nach Basel gehen wollte, habe ich unsere Eltern bearbeitet, bis sie Ja sagten. Dabei war ich als Dreijährige furchtbar eifersüchtig, als sie auf die Welt kam, und habe sie im Kinderwagen immer gezwickt. Ganz schön fies. Heute bin ich an jedem wichtigen Auftritt von ihr dabei. Wenn Nina von der Bühne kommt, ist sie oft sehr kritisch mit sich selber. Sie ist eine unglaubliche Perfektio­nistin. Die Minifehler sieht im Publikum ja eh niemand. Das sage ich ihr dann, um sie zu beruhigen. Bei meiner Schwester muss ich mich nicht verstellen. Da fühle ich mich verstanden und aufgehoben.»

Nina, 34, kritisch

Claudia ist das pure Gegenteil von mir: analytisch und genau. Drum macht sie auch meine Buchhaltung. Ohne sie wäre ich total am Anschlag und käme kaum zum Trainieren und Auftreten. Dass wir so unterschiedlich sind, ist super! So kamen wir uns nie in die Quere. Weder bei der Jobauswahl noch bei den Hobbys. Stattdessen haben wir uns immer super ergänzt. Claudia ist dafür verantwortlich, dass ich nach der Ballett-Krise, die ich mit 25 hatte, ins Showgeschäft wechselte. Ich hatte damals quasi ein Tanz-Burnout. Sie hat mir geraten, ich solle mich doch beim Moulin Rouge bewerben. Ich war skeptisch, habe meine Bewerbung aber trotzdem abgeschickt, und ein paar Monate später hatte ich den Job. Das Showgeschäft kann anstrengend sein. Alle wollen was von dir, aber Freunde findet man selten, weil meist alles oberflächlich bleibt. Darum ist es wichtig, dass Claudia für mich da ist.»

Showgirls

Bevor die Bernerin Nina Burri als Schlangenfrau durchstartete, war sie professionelle Balletttänzerin und Showgirl im Moulin Rouge in Paris. 2013 wird sie mit dem Circus Knie auf Tournee gehen. Ihre drei Jahre ältere Schwester Claudia ist Juristin und führt in Bern ein Geschäft für Trachten. Auf dem Bild von 1980 posieren die Mädchen auf dem Balkon ihres Elternhauses in Wabern BE.

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