Aktualisiert 05.07.2012 14:16

User, sei nicht so blöd!Du sollst deine Kreditkarte nicht vertwittern

Soziale Medien und Dummheit sind eine tragische Paarung: Es gibt User, die Fotos ihrer Kreditkarte twittern. Vielleicht im Glauben, der dreistellige Sicherheitscode schütze sie. Sie irren.

von
kri
«Leute, hört bitte auf, Bilder eurer Debitkarten zu posten.» (Bild: Screenshot twitter.com/#!/needadebitcard)

«Leute, hört bitte auf, Bilder eurer Debitkarten zu posten.» (Bild: Screenshot twitter.com/#!/needadebitcard)

Viele Tweets sind überflüssig: Welche Musik man gerade hört, was man zum Frühstück gegessen hat. Manche sind möglicherweise gesetzeswidrig und definitiv ein Karrierekiller, wie Ex-SVP-Politiker Alexander Müller kürzlich herausfand. Andere sind einfach nur dumm: Jene mit Fotos der eigenen Kreditkarte, zum Beispiel.

Auf dem Account @NeedADebitCard finden sich Retweets von Einträgen wie «Habe dem Geburtstagskind meine Kreditkarte gegeben, tob dich aus Geburtstagskind!», «Ich habe irgendwie meine Debitkarte verbogen», «Habe gerade meine Debitkarte in der Post bekommen, bin angeschissen, weil sie meinen Namen falsch geschrieben haben» oder schlicht «Meine Kreditkarte:D» - immer gefolgt von Fotos der entsprechenden Karten, Namen, Nummer und Verfallsdatum gut lesbar.

Dazwischen immer wieder Versuche, die betroffenen Twitterer vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen: «Es wird dich ein Jahrzehnt und hunderte Stunden kosten, den Datenklau rückgängig zu machen, den du dir mit diesem Post eingehandelt hast», schreibt einer. In der Twitter Bio von @NeedADebitCard steht sogar: «Leute, hört bitte auf, Bilder eurer Debitkarten zu posten.» Viele User haben reagiert und ihre Fotos entfernt, wahrscheinlich zu spät.

Sicherheitscode ist nicht obligatorisch

Wer glaubt, der 3-stellige Sicherheitscode verhindere Missbrauch, wiegt sich in falscher Sicherheit: Mit Visa und Mastercard haben zwar die meisten Kreditkarten eine solche Zahlenfolge auf der Rückseite, die selbst auf einem hochauflösenden Foto der Vorderseite nicht sichtbar ist. Aber manche Kartenherausgeber verzichten immer noch auf diesen zusätzlichen Schutz. American Express hat einen 4-stelligen Sicherheitscode – doch er steht auf der Vorderseite, auf halber Höhe des rechten Kartenrands. Hinzu kommt, dass ein Händler nicht verpflichtet ist, den Code bei einer Transaktion abzufragen. Somit kann auch Schaden anrichten, wer nur über Name, Nummer und Verfallsdatum verfügt.

Wie jemand auf die Idee kommt, seine Kreditkarte für jedermann sichtbar ins Internet zu stellen, darüber kann nur spekuliert werden. Als Statussymbol taugen sie kaum, da fast jeder eine bekommt. Bei einigen Accounts legt die hohe Tweetfrequenz nahe, dass sich die betreffenden User gar nicht bewusst sind, was sie da alles den lieben Tag lang von sich (preis)geben.

Haben auch Sie eine Kreditkarte? Schicken Sie uns ein Foto an feedback@20minuten.ch (kleiner Scherz).

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