Facebook-Missbrauch: «Du und Dein Sohn seid schwul!»
Aktualisiert

Facebook-Missbrauch«Du und Dein Sohn seid schwul!»

Meldungen über Missbräuche auf Facebook sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Das neuste Opfer des Online-Netzwerkes ist Fabio A. Er und seine Familie werden per E-Mail von einem Unbekannten beschimpft und bedroht.

von
Katharina Bracher

Fabio A. war schockiert, als ihm per E-Mail verschandelte Fotos von seinem Sohn zugeschickt wurden: Auf den manipulierten Bildern beschimpfte ein Unbekannter Fabio A. als «Scheiss Italiener» und bezeichnete ihn und seinen 18 Monate alten Sohn als «schwul».

Geheime Feinde im Facebook-Freundeskreis?

Die Fotos stammen aus dem Web-Album, das Fabio A. auf seinem Facebook-Profil angelegt hat. Der 28-jährige Italiener zählt über 300 User zu seinem Facebook-Freundeskreis. Doch dass einer seiner «Freunde» für die rassistische Attacke gegen seine Familie verantwortlich ist, schliesst er aus: «So was ist doch kein Scherz unter Freunden!» Bei der Polizei war er auch schon. Doch dort fand Fabio A. auch keine Hilfe: «Die haben mich nicht recht ernst genommen. Sie meinten bloss, sowas könne passieren, wenn man seine Fotos hochlädt.»

Als Fabio A. an den Absender der Hassbotschaft eine E-Mail schickte und nach einer Erklärung verlangte, reagierte dieser mit weiteren Beleidigungen. Die wahre Identität des Absenders bleibt aber weiterhin unbekannt. Auch auf Facebook lässt sich die Email-Adresse der Internet-Hetze nicht finden. Dass Fabio A. jemals herausfindet, wer ihn und seine Familie mit Beleidungen zudeckt, ist sehr unwahrscheinlich.

Wer viel Privates von sich in Online-Communities preisgibt, geht ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein: Fotos, Email-Adressen und weitere persönliche Informationen sind nicht nur für Freunde sichtbar, sondern können leicht von Fremden missbrauch werden.

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