Aktualisiert 08.04.2015 13:38

Lustige StrassennamenDu wohnst im Nippel? – Ich an der Bisigasse!

Die 20-Minuten-Community hat die schrägsten Adressen der Schweiz zusammengetragen. Und ja: Die gibts tatsächlich alle.

von
P. Michel/L. Hüttenmoser
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Dank den Leserinnen und Lesern von 20 Minuten entstand diese Sammlung: Das sind die lustigsten Namen von Schweizer Strassen, Gassen, Wegen. Und die gibt es alle wirklich! Beginnen wir beim gefährlichen Pflaster. Der Bluetschwitzerweg liegt in Widnau SG.

Dank den Leserinnen und Lesern von 20 Minuten entstand diese Sammlung: Das sind die lustigsten Namen von Schweizer Strassen, Gassen, Wegen. Und die gibt es alle wirklich! Beginnen wir beim gefährlichen Pflaster. Der Bluetschwitzerweg liegt in Widnau SG.

20min
Auch in der idyllischen Gemeinde Wichtrach BE traut man sich nachts nicht überall alleine hin.

Auch in der idyllischen Gemeinde Wichtrach BE traut man sich nachts nicht überall alleine hin.

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Brennpunkt Kloten.

Brennpunkt Kloten.

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Über 400 Leserinnen und Leser schickten uns ihre Vorschläge für die kuriosesten Schweizer Strassennamen. Das Best-of sehen Sie in der Bildstrecke. Sechs Bezeichnungen und ihre Herkunft:

Im Nippel, Bülach ZH

Diese Quartierstrasse wurde mit Abstand am meisten eingereicht. Knapp 60 Leser amüsierten sich über den Namen. Auch der Bülacher Lokalhistoriker Peter Bertschinger befasste sich damit. Auf Anfrage verweist die Gemeinde auf seine Aufzeichnungen. Wer jedoch hinter dem Namen einen anzüglichen Hintergrund vermutet, wird enttäuscht. «Wir vermuten, dass der Name eher von einer Radachse herrührt als von einer Brustwarze. Die zweite Bedeutung von Nippel ist nämlich Radachse.» Im gesamten deutschsprachigen Raum ist diese Bezeichnung einzigartig.

Promilleweg, Wittenwil TG

Dass es manchmal gar keine Aufnahme ins offizielle Strassenregister braucht, um berühmt zu werden, zeigt der Promilleweg in Wittenwil. Aus Jux montierte die Wirtin des «Rössli» das Strassenschild zwischen ihre Beiz und den «Sternen». «Das schien mir noch passend», sagt sie. Die Aktion blieb nicht ohne Folgen: Sogar auf Google Maps findet sich der Promilleweg, der eigentlich Weiherweg heisst. Das Schild wurde jedoch inzwischen geklaut. Und auch in der Nachbargemeinde Aadorf gibt es einen Promilleweg: Er bezeichnet einen Schleichweg, durch den angeheiterte Fasnachtsbesucher jeweils den Polizeikontrollen zu entkommen hofften.

Stasigässlein, Oberwil BL

Die Telefonanrufe bei der Gemeinde waren legendär. Immer wieder beschwerten sich Leute über den Strassennamen, der an eine vermeintliche DDR-Vergangenheit von Oberwil erinnert. Der Gemeinderat sah Handlungsbedarf. Neben dem Schild prangt nun die Erklärung, dass die Gemeinde einst von einer Bürgerin namens Anastasia, genannt «Stasi-Marie», eine gewichtige Erbschaft erhalten hatte. Dafür dankten sie ihr mit der Benennung der Gasse.

Stinkgässli, Wil SG

Das Stinkgässli ist eine Gasse zwischen zwei Häuserreihen in der Wiler Altstadt. Seinen Namen erhielt es dadurch, weil die Gasse im Mittelalter zur Entsorgung von Abwasser, Abfällen und Fäkalien aus den angrenzenden Häusern benutzt wurde. «Das Stinkgässli gibt es vor allem im Volksmund, es ist aber auch eine offizielle Bezeichnung im Gemeindestrassenplan», sagt Stadtarchivar Werner Warth.

Elftausendjungfern-Gässlein, Basel

Ein offizielles Strassenschild brachte die Stadt erst relativ spät, nämlich 1941, in der Gasse an – als letztes offizielles Schild in der Altstadt. Sprachwissenschaftler Jürgen Mischke von der Uni Basel erklärt: «Der Strassenname verweist auf die bekannte Basler Sage, dass im 4./5. Jahrhundert rund 11'000 schöne Jungfrauen aus Köln durch diese Gasse gekommen sein sollen, um in der Martinskirche ihre Gebete zu sprechen.» Wissenschaftlich belegt sei diese Schilderung aber nicht. Nach etlichen Diebstählen sah sich die Stadt gezwungen, das Schild immer ein wenig höher anzubringen.

Gimmermehweg, Gretzenbach SO

Gimmermeh ist in der Bedeutung «Gib mir mehr» zu verstehen und steht für Boden von geringem Ertragswert. «Solche Flurnamen stehen für eher kleine und nicht viel abwerfende, oft schlechter zu bewirtschaftende und durch weniger guten Boden gekennzeichnete Wieslandstücke», sagt Jacqueline Reber von der Forschungsstelle Solothurnisches Orts- und Flurnamenbuch.

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