Aktualisiert 27.11.2009 09:47

Börse

Dubai lässt Asien zittern

Die Zahlungsnöte des einstigen Boom-Emirats Dubai erschüttern die Finanzwelt: Die Börsen in Asien sackten ab, der Dollar stürzte auf ein 14-Jahres-Tief. Und auch der Ölpreis ist deutlich gesunken.

von
mlu

In Tokio geht die Furcht vor einer neuen Finanzkrise um: Die Anleger trennten sich vor allem von Bankwerten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 3,2 Prozent im Minus bei 9081 Zählern und damit auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten. Das Börsenbarometer beendete die fünfte Woche in Folge mit einem Minus.

Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,2 Prozent auf 811 Punkte. Die Börse in Südkorea stürzte 4,7 Prozent ab, Hongkong notierte 3,5 Prozent im Minus, und auch die Aktienmärkte in Singapur, Taiwan und Shanghai büssten an Wert ein.

Dollar im Tief

Der Dollar stürzte auf ein 14-Jahres-Tief. Er kostete 86.07 Yen. Japans Regierung und Notenbank zeigten sich besorgt über die Turbulenzen auf dem Devisenmarkt und signalisierten ihre Bereitschaft zum Eingreifen.

Die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Dubais hatten am Donnerstag schon die Aktienmärkte in Europa in die Tiefe gezogen. Die Wall Street entkam vorerst, weil die Börse wegen des Thanksgiving-Feiertags geschlossen blieb. Doch auch hier war die Aussicht negativ: S&P-Futures gaben drei Prozent nach.

Deutlicher Preisrückgang beim Erdöl

Auch der Ölpreis gab deutlich nach: An den asiatischen Rohstoffmärkten sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl am Freitag um 3,50 Dollar auf 74,46 Dollar. «Hauptfaktor für diesen Sturz sind offenbar die Ereignisse in Dubai», sagte der Ölpreisexperte der Beratungsfirma Fat Prophets in Sydney, Nick Raffan. «Die Leute bewerten auf einmal ihre Risikobereitschaft neu.» Nach einem Rekordpreis von 147 Dollar im Juli 2008 sind die Ölpreise bis Sommer dieses Jahres deutlich zurückgegangen. Seit etwa einem Monat verharrte der Preis dann auf einem Stand von etwas mehr als 76 Dollar.

Die staatliche Holding Dubai World hatte am Donnerstag ihre Gläubiger um einen Aufschub bis mindestens Mai gebeten und damit die Weltfinanzmärkte in Aufregung versetzt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 60 Milliarden Dollar. (mlu/sda/dapd)

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