Zürich: Dubiose Betrugsfälle in Modeszene
Aktualisiert

ZürichDubiose Betrugsfälle in Modeszene

Mehrere Frauen sind wegen angeblicher Mode-Shootings für Dolce & Gabbana einem DJ auf den Leim gegangen. Dieser sieht sich jedoch selbst als Opfer.

von
fum
R.S. liess sich zu einem Fotoshooting überreden. (Regina Ryser)

R.S. liess sich zu einem Fotoshooting überreden. (Regina Ryser)

Der Wunsch nach Geld und Ruhm wurde mehreren jungen Frauen aus der Schweiz zum Verhängnis: «M. L.* hat mich auf Facebook kontaktiert und sich als offizieller DJ von ­Dolce & Gabbana ausgegeben», sagt R.S. Die 35-jährige Event-Managerin liess sich nach einem längeren E-Mail-Austausch zu einem Treffen überreden.

Dort kam er dann zur Sache: Er habe sie und 29 weitere junge Frauen für ein Mode-Shooting von Dolce & Gabbana in Mailand ausgewählt, als Entschädigung versprach er 7000 Euro. Einzige Bedingung: Sie müsse erst noch 500 Franken als Spesenanzahlung auf ein Konto überweisen.

R.S. zahlte – und hörte nichts mehr von M. L. «Als ich bei ihm nachfragte, erfand er immer neue Aus­reden», sagt sie. Sie reichte deshalb Strafanzeige gegen den bereits wegen Vermögensdelikten vorbestraften Ostschweizer ein. Damit ist sie nicht allein: «Bei uns sind bislang drei Anzeigen von jungen Frauen zu diesem Fall eingegangen», bestätigt Hans Peter Eugster von der Kantonspolizei St. Gallen.

Der Angeschuldigte streitet nicht ab, von mehreren Frauen Geld angenommen zu haben, sagt aber: «Ich bin selbst Opfer einer kriminellen Bande geworden, die ich nun anzeigen werde. Alles Geld habe ich unmittelbar an sie übermittelt.»

Dolce & Gabbana war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

*Name der Redaktion bekannt

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