Unseriöse Angebote: Dubiose Firmen suchen Angestellte übers RAV
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Unseriöse AngeboteDubiose Firmen suchen Angestellte übers RAV

Das RAV soll Arbeitslosen eigentlich helfen, eine neue Stelle zu finden. Doch der Arbeitsvermittler sieht sich immer wieder mit unseriösen Firmen konfrontiert.

von
vro
Über das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) versuchen zwielichtige Firmen an neue Angestellte heranzukommen.

Über das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) versuchen zwielichtige Firmen an neue Angestellte heranzukommen.

Der Arbeitsmarkt ist ein hartes Pflaster. Wer keine Stelle hat, kann sich deshalb an eines der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) wenden. Dort versucht man offene Stellen zu vermitteln. Doch immer wieder kommt es vor, dass dubiose Firmen versuchen, Arbeitslose über das RAV zu rekrutieren, weil das Angebot so seriöser daherkommt. Das zeigt etwa das Beispiel von Patrick Meier*, wie die «NZZ» berichtet.

Mitte Juli habe Meier vom RAV ein Schreiben erhalten mit der Aufforderung, sich für einen tollen Job zu bewerben. Dabei handelte es sich um die Stelle als Assistent des Geschäftsführers bei einer Zürcher Firma, die in der Unternehmensberatung tätig ist. «Ich hatte mich bis dahin schwergetan bei der Stellensuche. Ich wollte deshalb so schnell wie möglich wieder eine Arbeit», sagt Meier zur Zeitung. Doch das Angebot erschien ihm verdächtig, da im Formular unpräzise Angaben zum Job gemacht wurden.

Firmen werden nicht routinemässig überprüft

Meier blieb jedoch keine andere Wahl: «Einer Bewerbungsaufforderung muss man Folge leisten, sonst kann das RAV das Arbeitslosengeld kürzen.» Immerhin wurde die Stelle von der RAV-Beraterin empfohlen. Doch die Sache um den Job wurde zunehmend dubioser. Der Geschäftsführer der Firma erklärte Meier in gebrochenem Deutsch, dass er in eigenem Namen juristische Dokumente unterzeichnen müsste.

Doch der Stellensuchende fiel nicht auf das Angebot herein. Kurz zuvor hatte er von der RAV-Beraterin ein Schreiben mit dem Inhalt erhalten, dass die Firma nach neusten Informationen unseriös sei und die Bewerbungsaufforderung deshalb zurückgezogen werde. Für Meier war das eine richtige Entscheidung.

Solche unseriösen Firmen herauszufiltern, ist keine leichte Aufgabe. Das Arbeitsvermittlungsgesetz verpflichtet das RAV, zwischen Arbeitgebern und Stellensuchenden zu vermitteln. Die Unternehmen mit freien Jobs würden allerdings nicht routinemässig überprüft, sagt Can Arikan, Sprecher des Amts für Wirtschaft und Arbeit im Kanton Zürich, zur Zeitung. «Auf Meldungen über illegale oder unzumutbare Tätigkeiten reagieren wir aber umgehend. Bestätigen sich die Vorwürfe, wird vom Arbeitgeber die Behebung verlangt, und es werden keine Stellensuchenden mehr an ihn vermittelt.»

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