15.06.2020 16:15

Diskriminierung gegenüber Produzenten?Dubler-«Mohrenkopf» ist nun auch Thema im Regierungsrat

Nachdem die Migros die Dubler-Mohrenköpfe aus dem Sortiment gestrichen hatte, wittert SVP Diskriminierung gegenüber dem Produzenten. Die Partei will nun wissen, welche Beziehung der Kanton zur Migros unterhält.

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Die Dubler-«Mohrenköpfe» wurden von der Migros nach vermehrten Rassismusvorwürfen aus dem Sortiment gestrichen.

Die Dubler-«Mohrenköpfe» wurden von der Migros nach vermehrten Rassismusvorwürfen aus dem Sortiment gestrichen.

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Die SVP wirft der Migros nun vor, sie habe aus Verlegenheit die «Mohrenköpfe» aus dem Sortiment gekippt und diskriminiere somit einzelne Produzenten, sobald der öffentliche Druck genug gross ist.

Die SVP wirft der Migros nun vor, sie habe aus Verlegenheit die «Mohrenköpfe» aus dem Sortiment gekippt und diskriminiere somit einzelne Produzenten, sobald der öffentliche Druck genug gross ist.

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Diese Diskussion sei «völlig abstrus», sagt SVP-Kantonsrat Benjamin Fischer.

Diese Diskussion sei «völlig abstrus», sagt SVP-Kantonsrat Benjamin Fischer.

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Die Zürcher SVP will in einer Anfrage wissen, welche Geschäftsbeziehungen der Kanton zur Migros unterhält. Die Partei wittert «Diskriminierung von Produzenten», weil die Migros die Dubler-«Mohrenköpfe» aus dem Regal verbannt.

Die Migros habe innerhalb eines Tages einen Verlegenheitsentscheid gefällt und ein sehr beliebtes Produkt aus dem Sortiment gekippt, schreibt die SVP in ihrer Anfrage, die sie am Montag einreichte. Die Migros diskriminiere offenbar einzelne Produzenten, wenn der öffentliche Druck nur genügend gross werde.

Diskussion sei «völlig abstrus»

Die SVP will vom Regierungsrat nun wissen, ob der Kanton Geschäftsbeziehungen mit der Migros unterhält. Und falls ja, wie diese weitergeführt würden. Schliesslich solle der Kanton nur mit Unternehmen Geschäfte tätigen, die überlegt handeln und eine hohe Geschäftsethik an den Tag legen würden. Für SVP-Kantonsrat Benjamin Fischer geht es bei der Mohrenkopf-Debatte um mehr als den Namen einer Süssspeise. Gewachsene Kultur und Geschichte könne nicht je nach Laune ausradiert werden. Diese ganze Diskussion sei «völlig abstrus».

Andrew Katumba (SP) findet die Debatte weniger «abstrus». Rassismus sei keineswegs überwunden und es sei höchste Zeit, sich endlich mit diesem unangenehmen Thema auseinanderzusetzen. «Wir sind alle aufgerufen, rassistisches Benehmen anzusprechen. Das gilt für die Kaffeepause im Büro genauso wie für das Familienfest.»

(SDA)

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