20.06.2020 13:55

2 Wochen Wartefrist wegen hoher Nachfrage

Dubler verkauft nur noch eine Schachtel «Mohrenköpfe» pro Kunde

Nach dem Migros-Aus für Robert Dubler läuft sein Geschäft besser als je: Da so viele Kunden nun bei ihm direkt «Mohrenköpfe» kaufen wollen, kommt er mit der Produktion kaum mehr nach.

von
Bianca Lüthy
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Der Dubler-Patron wird von Kundschaft überrannt: Robert Dubler und seine Angestellten kommen mit der Produktion nicht mehr nach.

Der Dubler-Patron wird von Kundschaft überrannt: Robert Dubler und seine Angestellten kommen mit der Produktion nicht mehr nach.

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Seit dem Migros-Aus ist die Nachfrage nach den Dubler-Mohrenköpfe enorm gestiegen.

Seit dem Migros-Aus ist die Nachfrage nach den Dubler-Mohrenköpfe enorm gestiegen.

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Momentan müsse mit einer Wartezeit von zwei Wochen gerechnet werden.

Momentan müsse mit einer Wartezeit von zwei Wochen gerechnet werden.

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Zwei Wochen Wartezeit für eine Schachtel Dubler-Mohrenköpfe. Das gilt nun für Kunden, die bei Dubler in Waltenschwil AG «Mohrenköpfe» kaufen wollen. Grund: Das Geschäft von Robert Dubler wird überrannt, mit der Produktion kommt man nicht mehr nach. So sehr ist die Beliebtheit der Dubler-Mohrenköpfe seit dem Migros-Rausschmiss gestiegen.

Um der hohen Nachfrage nachzukommen, leisten der 73-jährige Dubler und seine Angestellten nun Sonderschichten, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt. «Ich kann gar nicht so viele Mohrenköpfe produzieren, wie die Leute wollen», sagt Robert Dubler. Er sei momentan mit 5000 Kartons im Verzug.

«Bitte nächste Woche!»

«Die Leute reissen mir die Mohrenköpfe nur so aus der Hand», sagt Dubler. So müsse man zurzeit bis zu zwei Wochen auf frische Mohrenköpfe warten. Auf der Website der Firma warnt der Fabrik-Chef seine Kunden vor dem Engpass: «Situation am Schalter ausser Kontrolle! 1 Karton pro Person. Bitte nächste Woche!»

Letzte Woche hatte die Migros aufgrund eines Tweets einer empörten Kundin die Dubler-Mohrenköpfe aus dem Sortiment genommen. Dies, da der Begriff «Mohre» als rassistisch empfunden wird. Robert Dubler sagte zum Migros-Aus: «Auch wenn alle Händler kündigen, tut mir das nicht weh.» So generiere er 50 Prozent seines Umsatzes über Direktverkäufe. Dass die Nachfrage derartig zunehmen würde, hatte wohl auch er zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet.

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