Aktualisiert 31.05.2013 14:15

Revolte gegen SKOSDübendorf tritt aus der Sozialhilfe-Konferenz aus

Nun hat eine weitere Stadt genug von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe: Nach Rorschach (SG) hat auch Dübendorf seine Skos-Mitgliedschaft gekündigt.

von
jep
Der Sozialvorsteher der Stadt Dübendorf, Kurt Spillmann (SVP) hat genug.

Der Sozialvorsteher der Stadt Dübendorf, Kurt Spillmann (SVP) hat genug.

Die Stadt Rorschach hat den Schritt im April schon gemacht - jetzt zieht Dübendorf nach. Wie die Zürcher Gemeinde heute mitteilte, tritt sie per 31. Dezember 2013 aus der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) aus.

«Aus unserer Sicht hat die Skos jegliche Realität zur heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation verloren», schreibt Sozialvorsteher und SVP-Mitglied Kurt Spillmann in einer Mitteilung.

Stein des Anstosses sind unter anderem die Vorkommnisse in Berikon/AG, wo ein renitenter Sozialhilfebetrüger vor Bundesgericht Unterstützungsgelder erstritt. «Wenn Skos-Präsident Walter Schmid das Bundesgerichtsurteil lobt und gleichzeitig die betroffene Gemeinde öffentlich rügt, empört das Menschen und trägt dazu bei, dass sich immer mehr Gemeinden vom Privaten Fachverband SKOS distanzieren», heisst es in der Mitteilung.

Kritik nicht als Attacke auf Skos zu verstehen

Im weiteren würden die Richtlinien der Skos nach wie vor in eine falsche Richtung zielen, so dass Leute mit tiefem Lohn (Working Poor) gegenüber Sozialhilfebeziehenden benachteiligt würden. Kritik übt Dübendorf auch an der Hochschule für soziale Arbeit in Luzern. Deren Leiter sei gleichzeitig Präsident der Skos, welche mit ihren Richtlinien die Sozialhilfeleistungen quasi gesetzlich – aber ohne demokratische Legitimation an der Basis – durchsetze.

Die Kritik gelte nicht als Attacke auf die Sozialhilfe oder die Skos, sondern soll zum Anlass dienen, das System «Sozialhilfe» gründlich zu überdenken. Aus diesem Grunde fordere man den Regierungsrat auf, die Verbindlichkeit der Skos-Richtlinien umgehend grundsätzlich zu überprüfen und durch den Bund eine einheitliche Rechtsgrundlage zu schaffen.

Treten Aargau und St. Gallen aus?

Wie der «SonntagsBlick» im April berichtete, wird auch die St. Galler SVP im Juni einen Vorstoss für einen Austritt des Kantons aus der Skos einreichen. Ähnliche Bemühungen gibt es vonseiten der Rechtspartei auch im Kanton Aargau. «Der Verband schlägt sich immer auf die Seite der renitenten Sozialhilfebetrüger», liess sich der Gemeindepräsident von Kleindöttingen, Patrick Gosteli, zitieren.

Skos-Geschäftsführerin Dorothee Guggisberg bedauert in einer ersten Reaktion den Austritt von Dübendorf «ausserordentlich». «Wir würden ein Gespräch mit der Stadt begrüssen», sagt Guggisberg auf Anfrage.

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