Lagarde und Carstens: Duell um den IWF-Chefposten
Aktualisiert

Lagarde und CarstensDuell um den IWF-Chefposten

Der Kampf um die Nachfolge des zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn wird zwischen Christine Lagarde und Agustín Carstens entschieden. Stanley Fischer ist aus dem Rennen.

Für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen, wie die Organisation am Montag in Washington mitteilte. Dabei handelt es sich um die französische Finanzministerin Christine Lagarde, die als Favoritin gilt, und den mexikanischen Notenbankgouverneur Agustín Carstens. Der israelische Zentralbankchef Stanley Fischer, der seine Kandidatur am Samstag bekanntgegeben hatte, wurde in der Erklärung nicht erwähnt.

Fischer äusserte sich am Dienstag enttäuscht und erklärte, er sei wegen seines Alters disqualifiziert worden. Er hatte kurz zuvor noch die Hoffnung geäussert, dass sein Alter keine Rolle bei der Entscheidung des IWF-Direktoriums spielen werde. «Mein Gefühl ist, dass die Altersfrage an dieser Stelle irrelevant ist», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstagausgabe). Fischer ist 67 Jahre alt, das Höchstalter eines IWF-Chefs bei seinem Amtsantritt wurde auf 65 Jahre festgelegt. Darüber hinaus steht an der Spitze des IWF traditionell ein Europäer; Fischer ist US-Bürger.

Die Altersregelung sei schliesslich in den 1970er Jahren eingeführt worden, als die Lebenserwartung noch niedriger gewesen sei als heute, meinte Fischer. Die Regel erscheine ihm daher «etwas merkwürdig».

Der bisherige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn trat im Mai zurück, er steht in New York unter dem Verdacht der versuchten Vergewaltigung. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Über seine Nachfolge will der IWF bis Ende Juni entscheiden. (sda/dapd)

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