Eifersuchtsdrama: Duell um Freundin – Ex-Skinhead verurteilt
Aktualisiert

EifersuchtsdramaDuell um Freundin – Ex-Skinhead verurteilt

Aus Eifersucht hat ein Skinhead einen Rivalen mit einem Bajonett attackiert und erheblich verletzt. Das Zürcher Obergericht hat ihn zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

von
Attila Szenogrady
Die Verhandlung fand im Obergericht Zürich statt.

Die Verhandlung fand im Obergericht Zürich statt.

Die Anklage ging auf die Nacht auf den 24. Dezember 2012 zurück. Damals tauchte der heute 24-jährige Beschuldigte in Stäfa mit einem Bajonett vor der Wohnung eines spanischen Kollegen auf. Grund des unerwarteten Besuchs: Die Freundin des Schweizers hielt sich in der Wohnung des heute 36-jährigen Iberers auf und pflegte mit ihm ein Liebesverhältnis, was vor der Balkontüre zu einem blutigen Duell zwischen den beiden Männern führte.

Fest steht, dass auch der Spanier zu einem Messer griff und sich gegen die sofortige Attacke seines Nebenbuhlers zur Wehr setzte. Allerdings verlor er nach einem Faustschlag seines Gegners seine Waffe. Worauf der damalige Zürcher Oberländer Skinhead mit dem Bajonett gegen die Brust des Privatklägers stach. Dieser konnte seinen Oberkörper reflexartig mit seinem Arm schützen und wurde von der Klinge erheblich am Handgelenk verletzt. Worauf der Angreifer das Weite suchte.

Tötungsvorsatz bestritten

Am Donnerstag musste sich der inzwischen verhaftete Bajonett-Träger wegen versuchter vorsätzlicher Tötung vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Der langjährige Ex-Skinhead gab eine Verletzung durchaus zu, stritt aber einen Tötungsversuch ab. «Ich wollte ihn nicht einmal verletzen», erklärte er und wehrte sich gegen ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Meilen, das ihn bereits im Juli 2014 schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt hatte.

Der Verteidiger ging lediglich von einer versuchten schweren Körperverletzung aus und setzte sich für eine erheblich mildere Freiheitsstrafe von 30 Monaten ein. Auch angesichts der katastrophalen Jugend seines Mandanten. Der Drogenkonsument hat bereits 32 Pflegefamilien und 14 Heimaufenthalte hinter sich.

Strafe leicht gesenkt

Das Obergericht kannte bei der rechtlichen Würdigung kein Pardon und ging ebenfalls von einem Tötungsversuch aus. Bei der Strafe kam es aber dem Beschuldigten entgegen und setzte neu eine reduzierte Freiheitsstrafe von sechs Jahren fest. Vor allem wegen des blossen Versuchs und der Duellsituation. So habe er seinen Gegner nicht gemeuchelt, führte der Vorsitzende aus. Während des Strafvollzugs ordneten die Oberrichter eine ambulante Massnahme an.

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