Aktualisiert 20.07.2017 12:48

Ménage-à-troisDürfen Freundinnen alles teilen – auch den Mann?

Eine Youtuberin teilt alles mit ihrer besten Freundin – auch den Lover. Für viele Zuschauer ein No-go. Eine Expertin gibt Rat, wo beim Teilen die Grenzen liegen.

von
laz
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Die amerikanische Youtuberin «Lena The Plug» führt mit ihrer besten Freundin Emily und ihrem Freund eine Ménage-à-trois. Den Vlog, den die beiden darüber verfasst haben, wurde schon über sieben Millionen Mal angeklickt.

Die amerikanische Youtuberin «Lena The Plug» führt mit ihrer besten Freundin Emily und ihrem Freund eine Ménage-à-trois. Den Vlog, den die beiden darüber verfasst haben, wurde schon über sieben Millionen Mal angeklickt.

youtube/ Lena The Plug
Die beiden würden ohnehin schon alle intimen Details ihrer Beziehungen miteinander teilen, den Freund ebenfalls zu teilen, erschien Lena als ein logischer nächster Schritt. «Dann muss ich es ihr nicht mehr erzählen, sie kann es gleich selbst ausprobieren», fügt sie schmunzelnd hinzu. Das Video hat eine heftige Debatte darüber entfacht, wie viel Freundinnen teilen dürfen – und wie viel von ihrer Beziehung sie einander erzählen sollen.

Die beiden würden ohnehin schon alle intimen Details ihrer Beziehungen miteinander teilen, den Freund ebenfalls zu teilen, erschien Lena als ein logischer nächster Schritt. «Dann muss ich es ihr nicht mehr erzählen, sie kann es gleich selbst ausprobieren», fügt sie schmunzelnd hinzu. Das Video hat eine heftige Debatte darüber entfacht, wie viel Freundinnen teilen dürfen – und wie viel von ihrer Beziehung sie einander erzählen sollen.

youtube/ Lena The Plug
Esther Elisabeth Schütz, Sexualtherapeutin am ISP Uster, sagt: «Junge Frauen tauschen sich heutzutage viel direkter über ihre Sexualität aus als früher.»

Esther Elisabeth Schütz, Sexualtherapeutin am ISP Uster, sagt: «Junge Frauen tauschen sich heutzutage viel direkter über ihre Sexualität aus als früher.»

zvg

«Willst du mal mit meinem Freund schlafen?» Eine Frage, die viele Ihrer besten Freundin wahrscheinlich nie stellen würden. Nicht so bei der amerikanischen Youtuberin «Lena The Plug», sie führt mit ihrer besten Freundin Emily und ihrem Freund eine Ménage-à-trois. Den Vlog, den die beiden darüber verfasst haben, wurde schon über sieben Millionen Mal angeklickt.

«Emily und ich hatten schon eine Weile darüber gesprochen, und je länger wir uns darüber unterhielten, desto mehr liess auch das unangenehme Gefühl nach», sagt Lena in ihrem Video. Die beiden würden ohnehin schon alle intimen Details ihrer Beziehungen miteinander teilen, den Freund ebenfalls zu teilen, sei ihr als ein logischer nächster Schritt erschienen. «Dann muss ich es ihr nicht mehr erzählen, sie kann es gleich selbst ausprobieren», fügt Lena schmunzelnd hinzu.

«Junge Frauen tauschen sich direkter über Sexualität aus»

Das Video hat eine heftige Debatte darüber entfacht, wie viel Freundinnen miteinander teilen sollen – und wie viel von ihrer Beziehung sie einander erzählen sollen. Esther Elisabeth Schütz, Sexualtherapeutin am ISP Uster, sagt: «Junge Frauen tauschen sich heutzutage viel direkter über ihre Sexualität aus als früher.» Sie sieht diese Entwicklung positiv. «Frauen können sich an ihre Freundinnen wenden, wenn sie unsicher sind, und können dies befreit von Schamgefühlen tun.» Dabei gingen junge Frauen untereinander meist offener mit dem Thema Sex um als gleichaltrige Männer. «Besonders, wenn es um persönliche Aspekte der Intimität geht, sind Männer oft zurückhaltend.»

Was teilen Sie mit Ihrer besten Freundin oder Ihrem besten Freund? Und wie weit gehen Sie dabei? Erzählen Sie uns davon. (Ihr Name wird anonym behandelt)

Schütz sieht aber auch Grenzen in der Offenheit. «Mit der Freundin schlecht über den Sex eines Liebhabers zu reden, ohne das Interesse, selbst etwas ändern zu wollen, halte ich für wenig produktiv.» Denn negative Aussagen über den intimen Bereich könnten sowohl für Frauen wie Männer sehr verletzend sein.

Geht ein Dreier mit der besten Freundin zu weit?

Vielen Youtube-Nutzern ging der Partnertausch von Lena und ihrer besten Freundin zu weit. Laut Schütz ist daran aber grundsätzlich nichts auszusetzen. «Junge Menschen möchten experimentieren und Erfahrungen sammeln. Den Dialog mit ihnen aufzunehmen, ist besser, als ihr Verhalten zu bewerten.» Wichtig sei, dass sie vor dem sexuellen Austausch über Schutz vor Krankheiten und Verhütung redeten.

Heute würden laut Schütz junge Menschen im Internet zu vielem angeregt, etwa zur Polyamorie. «Wie schon mit der ‹freien Liebe› in den 68er-Jahren werden einige im Nachhinein merken, dass sie dies langfristig nicht erfüllt. Im besten Fall stärken Erfahrungen die Entscheidungskompetenz, was sie im Sex wollen und was nicht.»

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