Leichtathletik-WM: Dürfen wir in London von einer Medaille träumen?
Aktualisiert

Leichtathletik-WMDürfen wir in London von einer Medaille träumen?

Es braucht einen Exploit, aber mit etwas Glück stehen der Schweizer Delegation an der Leichtathletik-WM noch vier spannende Tage bevor.

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Von allen 39 Athletinnen lief Lea Sprunger die sechstbeste Zeit im Vorlauf. Von den Finalistinnen weist die Schweizerin die viertbeste Zeit in dieser Saison aus

Von allen 39 Athletinnen lief Lea Sprunger die sechstbeste Zeit im Vorlauf. Von den Finalistinnen weist die Schweizerin die viertbeste Zeit in dieser Saison aus

Keystone/Jean-Christophe Bott
Im Halbfinal bietet Hussein vor allem auf der zweiten Streckenhälfte einen formidablen Auftritt, rollt er  nach einem eher verhaltenen Start das Feld von hinten auf. (7. August 2017).

Im Halbfinal bietet Hussein vor allem auf der zweiten Streckenhälfte einen formidablen Auftritt, rollt er nach einem eher verhaltenen Start das Feld von hinten auf. (7. August 2017).

Keystone/Jean-Christophe Bott
Mujinga Kambundji qualifiziert sich über 200 m für die Halbfinals. Die Bernerin belegte in ihrer Vorlaufserie in 22,86 Sekunden hinter der Amerikanerin Kimberlyn Duncan den 2. Platz

Mujinga Kambundji qualifiziert sich über 200 m für die Halbfinals. Die Bernerin belegte in ihrer Vorlaufserie in 22,86 Sekunden hinter der Amerikanerin Kimberlyn Duncan den 2. Platz

Keystone/Jean-Christophe Bott

Die Chancen sind klein, aber Kariem Hussein hat sich schon selbst oft genug überrascht. Dennoch geht der 28-jährige Toggenburger als klarer Aussenseiter in den Kampf um die Medaillen. Seine sieben Gegner sind alle schon schneller gelaufen in diesem Jahr.

Hussein, der seine Saisonbestzeit von 48,79 Sekunden vor gut einem Monat bei seinem Sieg an der Athletissima in Lausanne schaffte, damit aber nur die Nummer 21 des Jahresrankings ist. Und auch die 48,45 Sekunden, Husseins persönliche Bestzeit, aufgestellt vor zwei Jahren in Zug, sind nur der sechstbeste Wert im Feld der acht Finalisten.

Aber dass ihm die Rolle des Aussenseiters behagt, hatte er bei seinem Triumph 2014 im Letzigrund bewiesen, als er an der Heim-EM zu Gold stürmte. Die letzte Schweizer Medaille an Weltmeisterschaften gewann 2007 der Marathonläufer Viktor Röthlin, die bislang einzige über 400 m Hürden Marcel Schelbert 1999 in Sevilla.

Der nächste Schritt für Büchel

Aus dem Toggenburg stammt ebenfalls Selina Büchel, ähnlich wie bei Hussein ist ihr Potenzial. Zehnte an der WM in Peking 2015, Neunte an den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro: Nun scheint Selina Büchel in London für die Top 8 bereit, sollte sie sich qualifizieren, wäre am Sonntag der Final über 800 m fällig.

Die erste Hürde mit dem Vorlauf am Donnerstagabend sollte die Ostschweizerin nicht vor allzu grosse Probleme stellen. Die zweifache Hallen-Europameisterin läuft diesen Sommer auf konstant hohem Niveau. «Mir gelingen auch bei einem suboptimalen Rennverlauf Zeiten unter zwei Minuten», hielt die 26-Jährige fest.

«Ich zähle zum erweiterten Kreis der Final-Anwärterinnen», betonte Büchel, obwohl das internationale Niveau gestiegen sei. Nach ihrer Einschätzung sind die Top 5 vergeben (angeführt von Caster Semenya), dahinter kämpfen rund zehn Athletinnen um die drei verbleibenden Tickets. «Am Schluss gehört auch eine Portion Glück dazu», meinte Büchel bereits mit Blick auf die Halbfinals vom Freitagabend.

Der Coup scheint für Sprunger möglich

Lea Sprunger steht am Donnerstagabend (22.35 Uhr) vor ihrem bislang wichtigsten Rennen. Der Westschweizerin wird über 400 m Hürden der Coup und somit der Gewinn einer Medaille zugetraut.

In Sachen Grundschnelligkeit muss die 27-Jährige keine Gegnerin fürchten. Die Schweizer Rekordhalterin über 200 und 400 m kann am Schluss einen Trumpf ausspielen, den nur wenige haben. Aber der Rückstand darf nicht zu gross und das Pulver nicht gänzlich verschossen sein.

Von den Finalistinnen weist die Schweizerin die viertbeste Zeit in dieser Saison aus – 54,29 Sekunden, aufgestellt an der Athletissima in Lausanne. Zum Vergleich: Die Olympia-Siegerin Dalilah Muhammad aus den USA schaffte die zehn Hindernisse schon in 52,64 Sekunden.

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Raus aus dem Sandkasten: Caterine Ibargüen aus Kolumbien holt Silber im Dreisprung.

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epa/Franck Robichon
Mit einem Feuerwerk zum WM-Titel: Wayde Van Niekerk wird als neuer Star der Leichtathletik gehandelt. Über die 400 m liess der Südafrikaner keine Zweifel am Sieg aufkommen.

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AFP/Glyn Kirk
Schöne Fingerspitzen: Die Österreicherin Ivona Dadic pflegt den patriotischen Touch.

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/Matthias Hangst

(sda)

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