Aktualisiert 26.09.2009 07:20

ErfindungenDüsentriebe tüfteln am Überleben

Schwimmende Autos oder Einzelschutzkabinen für Flugzeugpassagiere: Mit ausgefallenen Ideen suchen Hobby-Erfinder nach Überlebenshilfen im Katastrophenfall. Doch neben verrückten Ideen gibt es auch geniale Erfindungen aus Düsentriebs Küche.

von
Katharina Bracher

Folgende Situation hatte der Erfinder vor Augen: Ein Urlauber fährt mit seinem Mietwagen die Küstenstrasse entlang. Plötzlich wird er von den Monsterwellen einer Springflut erwischt. Die Strasse wird zum Ozean. Doch statt vor Schreck gelähmt zu sein, denkt sich der Lenker: «Wie gut, dass ich auf einen Wagen mit serienmässigem Schwimmkörper bestanden habe!» Sprichts, und aktiviert den selbstaufblasbaren, U-förmigen Gummischlauch, der an der Unterseite seines Wagens befestigt ist.

Schiffschraube für das Auto

Ginge es nach dem Erfinder dieser Schwimmunterlage für Autos, würden so dem Unglück ausgelieferte Autofahrer dem Tod locker von der Schippe springen und mit ihrem «Auto-Schiff» ans Trockene paddeln. Oder gar fahren? «Möglich ist zudem die Koppelung einer Schiffsschraube mit den Antriebsrädern des Autos», klärt der anonyme Erfinder den interessierten Leser auf der Internetseite «idee.ch» auf. Doch wie ausgereift diese Erfindung wirklich ist, und ob der ungenannte Erfinder bereits einen Prototyp des Autoluftkissens hergestellt hat, ist nicht bekannt.

In der Ein-Mann-Kapsel der Flugzeugkatastrophe entkommen

Auch von Franz Bartos' Erfindung existiert noch kein Prototyp. In der Theorie aber soll die Idee des Ludwigburger Tüftlers Leben retten: Seine Einzelschutzkabinen für Passagierflugzeuge hat er zum Patent angemeldet. Das Prinzip ist einfach: «Fällt eine Nuss vom Baum, übersteht der Kern den Sturz ohne grosse Schäden», schreibt er an 20 Minuten Online. Der Passagier sitzt in einer Art Ein-Mann-Kapsel mit einer Innen- und einer Aussenhülle. Die Einzelkabine kann im Notfall geschlossen werden. Im Innenraum steht dem Passagier überlebenswichtige Ausrüstung zur Verfügung: Knautschzonen, Sicherheitsgurte und ein Notvorrat an Lebensmitteln. Im Notfall werden die Einzelkapseln aus ihren Verankerungen gelöst, damit sie beim Aufprall des Flugzeugs die Maschine verlassen können. Die Kapseln sollten feuerfest sein und schwimmen können. Der Haken an dieser bestechenden Idee: Nur schon der Bau eines Prototypen würde die finanziellen Kräfte des Erfinders erschöpfen. Und falls Franz Bartos' Erfindung tatsächlich etwas taugen würde, wären die Produktionskosten für diese Sicherheitsvorkehrung - immerhin müsste ein ganzes Passagierflugzeug mit zig solcher Einzelkapseln ausgerüstet werden - wohl unrealistisch hoch.

Dritte Welt klammert sich bald am Design-Strohhalm

Da hatten es die Tüfftler von der Universität Lausanne einfacher, denn ihre Idee liess sich billiger produzieren und hat sich inzwischen als wahres Überlebenswunder herausgestellt: Die Firma «Vestergaard-Frandsen» stellt profitable Produkte zur Rettung von Menschenleben in der Dritten Welt her. Aus ihrer Produktion stammt auch der Designer-Strohhalm der Lausanner Forscher. Mit dem so genannten «LifeStraw» wird verschmutztes Wasser ohne Folgen für die Gesundheit direkt trinkbar. Ein ausgeklügeltes System aus Filtern und Kammern reinigt das angesaugte Wasser schnell von allerlei Dreck und Mikroorganismen. Diese Erfindung könnte unter Umständen Millionen von Menschen das Leben retten, denn in vielen Ländern der Welt fehlt es am Zugang zu sauberem Trinkwasser - aber auch nach Überschwemmungen kann mit der Benutzung dieses Strohhalms die Seuchengefahr vermindert werden.

Floss und Feuerschutz in Einem

Mehr Sicherheit für alle Töffliebhaber bietet die Erfindung eines iranischen Teilnehmers der diesjährigen Erfindermesse in Genf: Der persische Erfinder präsentierte eine Sicherheitsweste für Motorradpiloten. Die Weste verfügt über einen integrierten Airbag und schützt den Körper bei einem Sturz ins Wasser vor dem Untergehen. Das Luftkissen dämpft ausserdem den Sturz des Verunfallten und das Material des Anzuges ist selbstverständlich feuerfest.

Gut gekleidet dem Tod entronnen

Mit der kugelsicheren Mode von Designer Miguel Caballero aus Kolumbien überlebt man stilsicher: Modebewusste Persönlichkeiten aus Politik und Kultur sind Abnehmer seiner «High Security Fashion». Die kugelsichere Kleidung ist schick und sicher. Die Jacken, Hemden und Mäntel werden mit Schusswaffen getestet. Dafür müssen sogar Caballeros eigene Mitarbeiter herhalten, denn die testen die «High Security Mode» gleich am eigenen Leib. Nur ein kleiner Schlag soll spürbar sein, wenn die Kugel durchs edle Gewebe dringt.

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